Nachrichten Januar 2016


UMWELT: Zehntausende Niederländer gegen Bebauung der Küste

Den Haag. SW/VK/TR/Telegraaf. 18. Januar 2016.

Bereits mehr als 55.000 Niederländer unterzeichneten eine Petition gegen die geplante Vereinfachung der Bauvorschriften für die niederländische Küste. Viele der Kritiker befürchten belgische Zustände, bei denen große Hotelbauten und Apartmentkomplexe das Bild der Küste dominieren. Kurz vor Weihnachten hatte die niederländische Regierung Pläne bekannt gemacht, wonach es möglich werden soll, Neubauprojekte entlang der niederländische Küste zu realisieren.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben bereits 56.973 Menschen die Onlinepetition der niederländischen Umweltorganisation Natuurmonumenten unterzeichnet. Die Onlinepetition (www.beschermdekust.nl) setzt sich für einen besseren Schutz der niederländischen Küste ein. Die Organisatoren reagieren damit auf Pläne der niederländischen Regierung, die kurz vor Weihnachten bekannt geworden waren, wonach die Bauvorschriften für die niederländische Küste vereinfacht werden sollen. So soll ab dem 01. Juli diesen Jahres das allgemeine Bauverbot entlang der niederländischen Küste aufgehoben werden und die Verantwortung für Natur, Landschaft und räumliche Qualität vom Reich an die Provinzen abgegeben werden. Zielsetzung der Pläne ist es, die wirtschaftliche Entwicklung entlang der Küste voranzutreiben.

Bereits nach Bekanntwerden hatte sich breiter Widerstand gegen die Regierungspläne geregt. So befürchten die Kritiker, dass durch eine Vereinfachung der Bauvorschriften entlang der niederländischen Küste bald ähnliche Zustände auftreten, wie in Belgien, wo große Hochhäuser für Hotels und Apartments die Küstenlandschaft dominieren. Es wird befürchtet, dass die Gesamterscheinung der niederländischen Küste leiden wird, wie die Sprecherin von Natuurmonumenten, Marlous van ´t Pas Bosch, es ausdrückt: „Wir sind nicht gegen wirtschaftliche Entwicklung. Aber wir betrachten die Küste, das Meer und die Dünen als ein Ganzes. Sobald Gemeinden selbst über die Bebauung entscheiden, gibt es keinen Überblick mehr über die Naturentwicklung und die Schäden an der Natur.“ Auch innerhalb der Tweede Kamer wurde Kritik an den Plänen der Umweltministerin Schultz van Verhaegen laut. Die GroenLinks Abgeordnete Liesbeth van Tongeren erklärte während einer Sitzung in der Tweede Kamer: „Ich dachte, dass wir hier keine belgischen Zustände haben wollten. […] Das Arbeitsschaffungsargument wird dann immer sehr schnell nach vorne geschoben, aber ich finde, dass das nicht alles andere aussticht.“

Die Petition soll am Dienstag der Tweede Kamer Kommission für Infrastruktur und Umwelt angeboten werden. Eine allgemeine Sitzung über die sogenannte omgevingswet (dt. Umgebungsgesetz), worin die Pläne möglicherweise umgesetzt werden, ist für Donnerstag angesetzt.