Nachrichten Januar 2016


RÜCKBLICK: Jahreswechsel verlief eher ruhig in den Niederlanden

Amsterdam. SW/NOS/VK. 07. Januar 2016.

Trotz zahlreicher Meldungen und Vorfälle berichtete die niederländische Polizei, dass der Jahreswechsel ruhiger verlaufen sei als im vorherigen Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr meldete die Polizei 17 Prozent weniger Festnahmen und die Anzahl der Vorfälle sei von 8.218 auf 7.566 gesunken.

Auch die niederländische Staatsanwaltschaft bestätigte dieses Bild. In einer ersten Übersicht gab die Staatsanwaltschaft an, dass ihr in der Silvesternacht 276 Personen durch die Polizei übergeben worden seien, dies sind 101 weniger als im vorherigen Jahr. Acht Personen müssen sich im Laufe dieser Woche bereits vor einem Schnellgericht verteidigen. Die Anzahl der Vorfälle mit Feuerwerkskörpern ist um 21 Prozent gesunken und die Polizei registrierte weniger Brandstiftungen. Einsatzkräfte in den großen Städten erklärten, der Jahreswechsel sei ähnlich verlaufen wie im vergangenen Jahr. Auch der Bürgermeister Den Haags, Jozias van Aartsen, erklärte: „Den Haag erlebte einen anstrengenden, aber stimmungsvollen Jahreswechsel. Letztlich haben wir nicht mehr Probleme gehabt als an einem gewöhnlichen Ausgehabend, an dem viele Menschen unterwegs sind.“

Die niederländische Feuerwehr wurde insgesamt rund 4.500 Mal gerufen, dies sind etwa 100 Einsätze mehr als im vergangenen Jahr. Die Feuerwehr gab jedoch an, dieses Jahr mehr Einsätzen im Zusammenhang mit verbaler und körperlicher Gewalt nachgegangen zu sein. So wurde in Amersfoort ein Feuerwehrwagen mit Straßenziegeln beworfen. In einer Stellungnahme nennt die niederländische Feuerwehr solches Verhalten „inakzeptabel und respektlos“. Allgemein scheint die Gewaltbereitschaft gegenüber Ordnungshütern und Einsatzkräften zugenommen zu haben. Auch die Polizei meldete diesbezüglich einen Anstieg, so wurden dieses Jahr 78 Polizisten Opfer körperlicher Gewalt, 19 mehr als im vergangenen Jahr. Unter anderem in Oss, Rotterdam, Leeuwaarden und Tilburg wurden Polizisten mit Feuerwerkskörpern, Flaschen und Steinen beworfen.

In vielen Ortschaften wurden dieses Jahr feuerwerkfreie Gebiete eingerichtet, in denen das Zünden von Feuerwerkskörpern untersagt war. Im Gegenzug wurden in vieler dieser Gemeinden ein offizielles, professionelles Feuerwerk organisiert. So auch in Hilversum, dessen Bürgermeister Pieter Broertjes eine positive Bilanz zog: „Dies erscheint mir ein zukunftsfähiges Model.“ Trotz der gestiegenen Anzahl an feuerwerkfreien Gebieten, gaben di e Niederländer 2015 mehr Geld für Feuerwerk als im vorherigen Jahr aus, Schätzungen der Interessensvereinigung Pyrotechniek Nederland zufolge kauften Niederländer 2015 Feuerwerkszubehör im Wert von 65 Millionen Euro.

Dass nicht alle Niederländer dem Feuerwerk gleichermaßen zugeneigt sind, zeigt die Anzahl der Meldungen, die beim Meldepunkt für (Lärm-)Belästigung durch Feuerwerk eingingen. Die Anzahl der Meldungen stieg von 70.000 im vergangenen Jahr auf 87.000 in diesem Jahr. 78 Prozent der Meldungen entfielen auf Klagen über zu laute Explosionsgeräusche verursacht durch das Entzünden von Feuerwerkskörpern. Der Meldepunkt war als eine gemeinsame Initiative von 30 GroenLinks Gemeinderatsfraktionen ins Leben gerufen worden.