Nachrichten Februar 2016


INFRASTRUKTUR: NS startet Probeversuch mit Bussen zwischen Amsterdam und Castricum

Amsterdam. SW/VK/NRC/RTV NH. 23. Februar 2016.

Montag startete die niederländische Bahn NS einen Probeversuch mit Bussen zwischen Castricum und Amsterdam-Sloterdijk. Informationen des Fernsehsenders RTV Noord-Holland zufolge wird das Angebot bislang jedoch kaum genutzt. Die Maßnahme wurde eingeführt, um einen Mangel an Zügen zu kompensieren und Überfüllung in den Zügen entgegenzuwirken.

Seit vergangenem Montag testet die niederländische Bahn NS den Einsatz von Bussen während der Rushhour. Die Busse sollen ab sofort Morgens und am späten Nachmittag zwischen Amsterdam Sloterdijk, Krommenie-Assendelft und Castricum im halbstündlichen Takt fahren. Zwischen 7 Uhr und 8.30 Uhr morgens fahren die Busse von Castricum nach Amsterdam. Zwischen 15.55 Uhr und 17.25 Uhr abends fahren die Busse alle halbe Stunde von Sloterdijk wieder zurück Richtung Castricum. Mit dem Bus dauert die Strecke circa 80 Minuten, damit dauert die Fahrt 50 Minuten länger als mit dem Zug. Der Test dauert voraussichtlich bis Mai.

Ein Sprecher des Bahnunternehmens ließ wissen, dass man sich bewusst für diese Strecke entschieden habe. Er erklärte weiter: „Wir wollen die Menschen stimulieren, den Bus zu nehmen. Ein Ticket kostet 1 Euro. Als Wiedergutmachung für die längere Reisezeit erhalten die Kunden einen Verzehrgutschein.“ Laut Berichten des nord-holländischen Fernsehsenders RTV Noord-Holland wurden die Busse am Montag jedoch noch kaum genutzt. Die meisten Reisenden in den Bussen seien Journalisten, hieß es.

Die Rushhour-Busse sind eine von verschiedenen Maßnahmen, um dieses und nächstes Jahr überfüllte Züge zu vermeiden. Das Bahnunternehmen hat bereits für mehr als 2 Milliarden Euro neue Züge bestellt. Es dauert jedoch noch bis Ende 2016 ehe die ersten Züge in Betrieb genommen werden können. Bis dahin will NS mithilfe der Rushhour-Busse, dem Einsatz von Ersatzzügen und umgebauten Erste-Klasse-Abteilen Abhilfe schaffen. Reisende hatten im vergangenen Jahr vermehrt über zu volle Züge geklagt.

NS betrachtet die Rushhour-Busse als eine Lösung, die in der Zukunft auch in anderen Teilen der Niederlande angewendet werden kann. Ein Sprecher der Bahn ließ wissen, dass man mit mehreren Provinzen diesbezüglich im Gespräch sei. Um welche Strecken es dabei genau ginge, wollte er jedoch nicht sagen: „Busgesellschaften haben in einer bestimmten Provinz die Zusage erhalten, dass sie in einem bestimmten Gebiet, der einzige Anbieter sind. Deshalb müssen Busgesellschaften wie Arriva oder Connexion uns Zustimmung gewähren, so dass auch wir dort fahren dürfen.“