Nachrichten Februar 2016


WIRTSCHAFT: Neueröffnung der Warenhauskette V&D gescheitert

Amsterdam. SW/VK/NRC. 18. Februar 2016.

Die Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der traditionsreichen Warenhauskette V&D sind endgültig gescheitert, dies erklärten die Insolvenzverwalter vergangenen Dienstag. Der Versuch des CoolCat-Besitzers Roland Kahn die Warenhauskette mit mindestens 35 Filialen wiederzueröffnen, scheiterte an der Finanzierung. Eine Zerschlagung des traditionsreichen Unternehmens ist somit Realität geworden.

Vergangenen Dienstag wurde bekannt, dass die Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der insolventen Warenhauskette V&D endgültig gescheitert sind. 8.000 Mitarbeiter sind seitdem offiziell arbeitslos und ein 129-jähriges Traditionsunternehmen schließt endgültig seine Türen. Insidern zufolge konnten sich Interessent Roland Kahn und seine Bank ING nicht auf einen Finanzierungsplan einigen. ING hatte als einzige Bank eine Neueröffnung von V&D mitfinanzieren wollen, dafür jedoch nicht mehr als 40 Millionen Euro zu Verfügung stellen wollen. Roland Kahn hätte selbst 110 Millionen Euro aufbringen müssen, der Zeitung NRC Handelsblad zufolge wollte er nicht mehr als 50-75 Millionen Euro investieren.

In der vergangenen Woche hatten sich die Anzeichen bereits verdichtet, dass eine Wiedereröffnung womöglich nicht Zustandekommen würde. Eine von den Insolvenzverwaltern gesetzte Deadline, bis Montagmittag eine Einigung zu erzielen, wurde nicht erreicht. Daraufhin war die Deadline um drei Tage verlängert worden. Montagmorgen waren zudem überraschenderweise alle V&D Geschäfte geschlossen geblieben und sollten die verbliebenen Mitarbeiter Inventuren durchführen. Im Laufe des Montags hatten die Insolvenzverwalter erklärt, dass V&D noch mindestens anderthalb Monate geschlossen bliebe.

Hauptinteressenten für eine Übernahme der Warenhauskette waren der CoolCat-Besitzer Roland Kahn und die kanadische Warenhauskette Hudson‘s Bay, die auch namhafte Ketten wie Galeria Kaufhof und Saks besitzt. Roland Kahn wollte mindestens 35 der 62 verbliebenen V&D Filialen unter dem alten Namen wiedereröffnen, vorzugweise sogar 45 Filialen. Die Verhandlungen gestalteten sich jedoch schwierig, da die Immobilienbesitzer der verschiedenen Filialen den Plänen von Kahn skeptisch gegenüberstanden. Nachdem eine Übernahme durch Kahn vom Tisch ist, werden die Insolvenzverwalter wieder mit Hudson‘s Bay verhandeln müssen. Anders als Kahn hat die kanadische Warenhauskette kein Interesse an dem Markennamen V&D, sondern lediglich an den Filialen. Hudson‘s Bay plant in 30 bis 40 Filialen ihre eigene Kette zu eröffnen. Sollte der Plan von Hudson‘s Bay Realität werden, müssen die Immobilienbesitzer der übrigen Filialen sich nach neuen Mietern umsehen.

Die traditionsreiche Warenhauskette V&D hatte am 31. Dezember 2015 Insolvenz anmelden müssen (NiederlandeNet berichtete). Kurz nach Bekanntwerden der Zahlungsunfähigkeit hatten die Insolvenzverwalter bereits wissen lassen, sich für eine mögliche Neueröffnung der Warenhauskette einzusetzen. V&D wurde 1887 von Willem Vroom und Anton Dreesmann in Amsterdam gegründet und entwickelte sich schnell zu einer landesweiten Kette. Die Kette war lange unter dem Namen „Vroom & Dreesmann“ bekannt, in 2007 erfolgte die Umbenennung in V&D.