Nachrichten AUGUST 2016


BREXIT: Wachstumsprognosen für die Niederlande verschlechtern sich

Den Haag. SW/NOS/VK/NRC. 11. August 2016.

Der Brexit wird spürbare wirtschaftliche Konsequenzen für die Niederlande haben, dies teilte das Centraal Planbureau am Mittwoch mit. Die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr wurden gesenkt. Besser schätzt das CPB das zu erwartende Haushaltsdefizit und die Entwicklung der Kaufkraft ein.

Aufgrund des Brexits haben sich die wirtschaftlichen Prognosen für die Niederlande deutlich verschlechtert, dies gab das Centraal Planbureau am vergangenen Mittwoch bekannt. Zwei Monate nach dem Ergebnis des britischen Referendums hat das CPB die Wachstumsprognose für 2017 um 0,5 Prozentpunkte korrigiert auf 1,6 Prozent. Auch für das laufende Jahr wurden die Zahlen nach unten korrigiert, die Wachstumsprognose sank von 1,9 Prozent auf 1,7.

Der erwartete Ausstieg Groß-Britanniens aus der Europäischen Union führe zu Verunsicherung, was negative Auswirkungen auf den Konsum, die Investitionen und den Welthandel habe, so das CPB. Der Brexit hat auch Auswirkungen auf die niederländische Arbeitslosigkeit. Diese wird sich im kommenden Jahr stabilisieren und nicht weiter zurückgehen, entgegen der jüngsten Trends. Viele Betriebe und Firmen werden aufgrund der Verunsicherung zurückhaltender bezüglich Neueinstellungen sein. Im vergangenen Juni hatte das CPB bereits eine erste Berechnung durchgeführt bezüglich der wirtschaftlichen Folgen des Brexits.

Aus den Zahlen des CPB geht weiter hervor, dass das Haushaltdefizit sich dennoch positiv entwickeln wird. Für dieses Jahr berechnet das CPB das Minus auf 1,2 Prozent, für das kommende Jahr, sofern es keine politischen Veränderungen gibt, auf 0,6 Prozent. Insgesamt soll die Kaufkraft steigen, um zirka 0,7 Prozent. Dies ist jedoch ein Durchschnittswert, nicht alle Bevölkerungsgruppen werden dies im nächsten Jahr spüren. Besonders profitieren Gutverdienende mit einem Monatseinkommen über 4500 Euro, Rentner müssen jedoch mit finanziellen Einbußen rechnen. Dies liegt sowohl an den niedrigen Zinsen als auch dem Brexit, der die Börsenkurse hat sinken lassen.

Das Centraal Planbureau berechnet jährlich die Wachstumsprognosen für die Niederlande. Jedes Jahr im August veröffentlicht es seine Zahlen, die die Regierung bei der Vorstellung des offiziellen Haushalts am Prinsjesdag im September nutzt.