Nachrichten April 2016


INFRASTRUKTUR: Amsterdam führt bargeldlose Bezahlung in Trams und Bussen ein

Amsterdam. SW/NOS/VK. 11. April 2016.

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Trams des GVB in Amsterdam vor dem Hauptbahnhof. In der Zukunft soll bargeldloses Bezahlen auch in Trams und Bussen möglich sein, Quelle: Peter Eijkman/cc-by-nc

In Bussen und Trams in Amsterdam wird es ab September diesen Jahres auch möglich sein bargeldlos zu bezahlen. Sollte die Testphase positiv verlaufen, wird es ab Januar 2017 keine Barzahlungen in Bussen und Trams mehr geben. Mit dieser Maßnahme will die Stadt Amsterdam das Risiko für Überfälle im öffentlichen Nahverkehr senken.

Die Stadt Amsterdam bestätigte am vergangenen Donnerstag gegenüber dem niederländischen Nachrichtenprogramm NOS, dass ab September in allen Bussen und Trams EC-Lesegeräte installiert werden. Für Reisende soll es somit möglich werden ihre Tickets mit einer EC- oder Kreditkarte zu bezahlen. Bis Januar 2017 sollen alle 200 Busse und 200 Trams aufgerüstet werden und soll die Zahlung mit Bargeld vollständig eingestellt werden.

Ein Sprecher des Amsterdammer Verkehrsbetriebes GVB teilte mit: „Wir wollen dies so schnell wie möglich umsetzen. Dafür bedarf es jedoch noch der Zustimmung der zuständigen Behörde. Außerdem ist GVB an der Zusammenarbeit mit anderen Nahverkehrsunternehmen aus der Region interessiert.“ Des Weiteren sollen Reisende ohne OV-Chipkarte, insbesondere Touristen, angeregt werden ihre Tickets bereits vor dem Einstieg zu lösen. Deshalb ist GVB mit verschiedenen Hotels und dem Flughafen Schiphol im Gespräch.

Ziel der Maßnahme ist es den öffentlichen Nahverkehr sicherer zu machen und das Risiko für Überfälle zu senken. In den vergangenen Monaten sind sieben Busse in Amsterdam überfallen worden, sechs in Amsterdam-Noord, einer in Amsterdam-Zuidoost. Daraufhin hatten Busfahrer im vergangenen Februar als Zeichen des Protests gestreikt und hatte auch der Bürgermeister Eberhard van der Laan den GVB ermutigt das bargeldlose Bezahlen einzuführen. Der GVB selbst erklärte, dass die Überfälle nicht der einzige Grund für die Pläne seien: „Wie waren bereits vor den Überfällen der vergangenen Monate mit ähnlichen Maßnahmen beschäftigt. Wir hoffen, den Reisenden auf diese Weise eine schnellstmögliche Reise zu ermöglichen.“

Es wurde jedoch bereits Kritik an den Plänen laut. Laut einer Umfrage verfügen 12 Prozent der Reisenden nicht über eine EC- oder Kreditkarte, ihnen würde durch die neuen Pläne der Zugang zu Bussen und Trams verwehrt bleiben. Ähnlich problematisch wäre die Einführung des kontaktlosen Bezahlens, bei dem die EC-Karte nur vor das Lesegerät gehalten wird und kein PIN mehr eingegeben werden muss, schließlich verfügen 42 Prozent der Reisenden nicht über diese Zahlungsmethode. Das GVB teilte mit man erwäge bereits Alternativen für diese Zielgruppen: „Man könnte es, zum Beispiel, ermöglichen, dass Reiseguthaben auch auf den Stadtpass geladen werden kann.“



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