Nachrichten April 2016


ROTTERDAM: Kapitulationserklärung aus dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt

Rotterdam. SW/NOS/TROUW. 14. April 2016.

Das deutsche Ultimatum zur Übergabe der Stadt Rotterdam und die niederländische Kapitulationserklärung aus dem Zweiten Weltkrieg sind wiederentdeckt worden. Der Journalist Gerard Groeneveld hatte die Dokumente zufällig bei einer Internetauktion erworben.

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs sind zwei außergewöhnliche Schriftstücke wiedergefunden worden: Das deutsche Ultimatum zur Übergabe der Stadt Rotterdam und die niederländische Kapitulationserklärung. Die handgeschriebenen Dokumente wurden im Umschlag des Kriegstagebuch I, das Buch in dem die deutsche Truppenleitung ihre Aktivitäten während des Anfalls auf Rotterdam beschrieb, entdeckt.

Der Journalist und Historiker Gerard Groeneveld hatte die Dokumente nur zufällig bei seiner Suche nach einzigartigem Bildmaterial aus den Kriegsjahren entdeckt. Ein Händler hatte die Dokumente auf einer deutschen Website für Auktionen angeboten.

Bislang ging man davon aus, dass die Unterlagen verloren gegangen waren in den Wirren kurz nach der Kapitulation. Der damalige Bürgermeister von Rotterdam, P.J. Oud, hatte nach Kriegsende vor einer parlamentären Kommission erklärt, die Unterlagen zuletzt im Quartier des zuständigen Oberstleutnant Schaarroo gesehen zu haben, bis dort aufgrund einer Schießerei Chaos ausbrach.

Die Dokumente sind Zeugnisse von der verheerenden Bombardierung auf Rotterdam. Ihre Bedeutung bespricht Groeneveld in seinem neusten Buchen „Rotterdam Frontstad“, welches Donnerstag erschienen ist. Groeneveld beschreibt dort, wie von deutscher Seite aus ein Ultimatum zur Übergabe der Stadt Rotterdam übermittelt worden war, auf welches der zuständige niederländische Oberstleutnant Scharroo nicht eingehen konnte und wollte. Scharroo ließ dies der deutsche Truppenführung mitteilen, woraufhin der deutsche General Schmidt unter Scharroos Mitteilung ein erneuertes Ultimatum mit 7 Forderungen schrieb. Für dieses Ultimatum gab er der niederländischen Truppenführung 3 Stunden Zeit. Währenddessen sollte das auf Rotterdam zusteuernde deutsche Kampfgeschwader 54 Kehrt machen, diese Mitteilung erreichte jedoch nur einen Teil der Piloten, die Übrigen begannen mit der Bombardierung der Rotterdamer Innenstadt. Im Bombenhagel trafen sich die deutsche und niederländische Truppenleitung, um die Kapitulation der Stadt Rotterdam zu besiegeln.

Groeneveld erklärte bereits, die Unterlagen verkaufen zu wollen: „Ich bin fertig mit meinem Buch und eigentlich gehören die Unterlagen zusammen mit den Strafkarten und den Reporten beispielsweise in das Rijksmuseum. Wenn Interesse besteht, sind die Dokumente verkäuflich." Wie viel die Dokumente wert sind, kann Groeneveld nicht sagen: „Ich habe selbst einige Unkosten machen müssen, um sie mir aneignen zu können.“