Nachrichten April 2016


PANAMA PAPERS: ABN Amro verhilft Kunden zu steuerlichen Vorteilen mittels Tochterfirmen

Amsterdam. SW/VK/AD/NRC. 13. April 2016.

Die niederländische Bank ABN Amro hat Kunden mit Firmen in Steuerparadiesen geholfen ihre Namen und Identitäten vor dem niederländischen Fiskus geheim zu halten, dies geht aus den sogenannten Panama Papers hervor. Zuvor musste bereits ein Kommissar der Bank aufgrund der Enthüllungen zurücktreten.

Vergangenen Montag meldeten die niederländischen Zeitungen Het Financieel Dagblad und TROUW, dass auch die niederländische Bank ABN Amro in den Panama Papers auftauche. Laut den bekanntgewordenen Dokumenten hilft ABN Amro vermögenden Kunden ihre Offshore-Firmen in Steuerparadiesen mittels Tochterfirmen vor dem niederländischen Fiskus geheim zu halten. Die ausländischen Tochterfirmen von ABM Amro treten als namhafte Teilhaber auf, um die Identitäten und Namen der wirklichen Teilhaber zu verschleiern. So fungiert die ABN Amro-Firma Martello als Teilhaber von 25 verschiedenen Gesellschaften auf den Britischen Jungfern-Inseln. Laut Zeitungsberichten verfügt ABN Amro über mindestens sechs solcher Tochterfirmen.

Diese Praxis ist auch unter dem Namen Nominee Shareholdership bekannt. Andere niederländische Banken, wie ING und RaboBank erklärten, diese Praxis bereits vor Jahren aufgegeben zu haben. Laut der zuständigen Aufsichtsbehörde De Nederlandsche Bank  ist es erlaubt solche Dienst anzubieten, sofern die Banken die lokal geltenden Regeln und Gesetze befolgen. Die Partei SP forderte die verstaatlichte Bank ABN Amro auf, diese und ähnliche Dienste unverzüglich einzustellen.

Zuvor war bereits der Name des ABN Amro Kommissars Bert Meerstadt in den Panama Papers aufgetaucht. Meerstadt war daraufhin sofort zurückgetreten. Der ehemalige Finanzminister und ABN Amro-Vorstandsvorsitzende Gerrit Zalm erklärte diesbezüglich, dass dies kein Hinweis dafür sei, dass ABN Amro in dubiose Offshore-Geschäfte verwickelt sei: „Wir kreieren keine ausländischen Strukturen für unsere Kunden.“