Nachrichten November 2015


FINANZEN: ABN Amro wieder an der Börse

Amsterdam. AF/NOS/RTL Z/SPON/TG. 24. November 2015.

Die 2008 verstaatlichte Bank ABN Amro ist seit Freitag wieder an der Börse: Anleger dürfen seitdem mit etwas mehr als 20 Prozent des Unternehmens spekulieren. Die Aktie, die für 17,75 Euro ausgegeben wurde, notiert mittlerweile bei 18,44 Euro. Privat- und Kleinanleger wurden beim Verkauf bevorzugt behandelt.

„Der Staat hat ABN Amro 2008 für einen Betrag von 21,66 Milliarden Euro verstaatlicht um die finanzielle Stabilität sicherzustellen und um die Bank zu retten und für die Niederlande zu erhalten. Es war immer klar, dass dies eine zeitliche Notlösung war und dass ABN Amro wieder verkauft werden sollte“, so Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (PvdA) im Mai diesen Jahres (NiederlandeNet berichtete).

Vergangenen Freitag war es nun so weit. Die niederländische Regierung verkaufte 23 Prozent ihrer Anteile, was rund 3,8 Milliarden Euro in die niederländische Staatskasse spülte, berechnete De Telegraaf. Der größte Börsengang in Europa in diesem Jahr war erfolgreich: Gleich am ersten Tag stieg der Kurs der Aktie um 3,4 Prozent. „Genau wie man es haben will“, so Hans de Geus, Börsenkommentator der RTL Z-Sendung Nabeurs. „Ein leichter Anstieg. Nicht zu hoch. Wenn man einen zu steilen Anstieg hätte, hätte man als Verkäufer – als Staat – sagen können, der Ausgabepreis war zu niedrig angesetzt.“

Im August 2013 hatte Dijsselbloem angekündigt, die ABN Amro mittelfristig wieder privatisieren zu wollen (NiederlandeNet berichtete). Im Frühjahr diesen Jahres wurden die Pläne konkretisiert: Die jetzt verkauften 23 Prozent werden als erster Schritt gesehen. Die restlichen 77 Prozent wird der Staat mindestens ein halbes Jahr lang behalten. Danach kann eine zweite Tranche mit weiteren 20 bis 30 Prozent der Anteile folgen, woraufhin wieder eine Pause von mindestens drei Monaten folgt. Die dritte Runde kann also frühestens im August 2016 erfolgen. Minister Dijsselbloem geht allerdings davon aus, dass der Staat noch „einige Jahre“ Anteile der Bank halten wird.

Hier die ABN Amro im Kurzportrait