Nachrichten März 2015


FUSSBALL: Elftal kann Niederlage in letzter Sekunde abwenden

Mit viel Mühe erspielte sich die niederländische Fußball-Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel am vergangenen Samstag einen Punkt gegen die Türkei. Klaas-Jan Huntelaar bewahrte die Elftal mit einem Last-Minute-Treffer vor der dritten Niederlange im fünften Qualifikationsspiel und damit vor einer echten Krise.

MONOPOLY: Giethoorn und Amsterdam in neuer Welt-Edition

Amsterdam und das kleine niederländische Dorf Giethoorn bekommen einen Platz auf dem Spielbrett der neu erscheinenden Welt-Edition von Monopoly. Das beliebte Brettspiel ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden.

BILDUNG: Niederländische Grundschulen sollen mehrsprachig werden

Niederländische Grundschulen sollen die Möglichkeit erhalten, bis zu 15 Prozent oder umgerechnet vier Wochenstunden des Unterrichts auf Englisch, Französisch oder Deutsch zu geben. Dies sieht ein von Bildungsstaatssekretär Sander Dekker initiierter Gesetzentwurf vor, der am Dienstagabend im niederländischen Parlament mehrheitlich befürwortet wurde. Ziel sei es, dass Schulkinder zukünftig noch schneller eine zweite Sprache lernen.

ARBEITSBESUCH: Deutsch-niederländisches Außenministertreffen

Der niederländische und der deutsche Außenminister, Bert Koenders und Frank-Walter Steinmeier, kamen am Mittwoch zu politischen Konsultationen im Auswärtigen Amt in Berlin zusammen. Das Gespräch, das sich hauptsächlich um die Sicherheitspolitik beider Länder und die Ausweitung der bilateralen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet drehen sollte, wurde jedoch vom Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine vor zwei Tagen über den französischen Alpen überschattet.

GESUNDHEIT: Niederlande als Vorbild im Kampf gegen Krankenhauskeime

Der deutsche Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat am Montag einen 10-Punkte-Plan zur Bekämpfung multiresistenter Krankenhauskeime vorgelegt. Deutsche Medien wie Tagesschau und Deutschlandfunk verweisen in diesem Zusammenhang auf die vorbildlichen Präventionsmaßnahmen in niederländischen Krankenhäusern. Schützen die Niederlande Patienten wirklich besser vor multiresistenten Bakterien als Deutschland? Hier die wichtigsten Fakten:

ARBEITSMARKT: Migranten in den Niederlanden stark benachteiligt

Fast nirgendwo in Europa ist es für Migranten aus Nicht-EU-Ländern so schwer Arbeit zu finden wie in den Niederlanden. Mehr als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppe geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Selbst in EU-Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit, wie Spanien, ist die Situation für Migranten besser.

SOZIALES: Königliche Familie putzt und renoviert

Am vergangenen Freitag und Samstag krempelten die Niederländer im Rahmen der Aktion NLdoet (dt.: Die Niederlande tun etwas) überall im Land die Ärmel hoch und packten mit an. An der großen landesweiten Freiwilligenaktion, organisiert vom Oranje Fonds, beteiligten sich dieses Jahr 300.000 Personen. Auch die Königliche Familie half mit.

FRÜHLING: Keukenhof eröffnet die Blumensaison mit einem Porträt von Vincent van Gogh

Am Freitag öffnete der Keukenhof in Lisse seine Tore wieder für die Öffentlichkeit. Die Blumenausstellung steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Künstlers Vincent van Gogh: Höhepunkt ist ein 250 Quadratmeter großes Porträt des Künstlers – bestehend aus über 60.000 Tulpen. Daneben lockt der Park auf einer Fläche von 32 Hektar mit zahlreichen Inspirationsgärten, Blumenschauen und Themenpavillons rund um die Zwiebelblume und Vincent van Gogh. Willem van Gogh, ein Nachfahre des Künstlers, eröffnete den Park am Mittwoch.

WIRTSCHAFT: Königspaar als „Handelsreisende“ in Deutschland

Es ist der Beruf des Handelsreisenden, den der niederländische Monarch in diesen Tagen vor allem ausübt. Während seine Mutter Beatrix als Königin es noch mehr oder weniger widerwillig tolerierte, dass im Schatten ihrer Staatsbesuche Handelsmissionen mitreisten, ist unter Willem-Alexander eher das Gegenteil der Fall: Der König möchte mit Hilfe seiner Reisen den wirtschaftlichen Delegationen eine größere Strahlkraft verleihen.

REGIONALWAHLEN: Reaktionen von Politikern und Medien

Der Ausgang der gestrigen Provinzwahlen bedeutet schwierige Zeiten für die sozialliberale Koalition in Den Haag. Das ist der Tenor der niederländischen Zeitungen am Tag nach der Wahl. Durch das Votum der Wahlberichtigten wird die politische Landschaft in den Niederlanden noch weiter fragmentiert, was die Bildung von Koalitionen jetzt und in Zukunft weiter verkomplizieren wird. Bei den Spitzenpolitikern waren nach Bekanntgabe der ersten Prognose von Freude bis Trauer alle Emotionen vorhanden.

REGIONALWAHLEN: Große Verluste für Sozialdemokraten [UPDATE]

Nach der ersten Prognose scheinen die rechtsliberale VVD und der christdemokratische CDA zu den Siegern der Wahl zu zählen. Die zuletzt noch in den Umfragen führende populistische PVV von Geert Wilders scheint die Erwartungen nicht erfüllt zu haben. Enttäuschung gab es nach Veröffentlichung der ersten Zahlen auch im Lager der Sozialdemokraten, die wohl herbe Verluste einstecken müssen. Das amtliche Endergebnis, das fünf Tage nach der Wahl veröffentlicht wurde, brachte keine Änderung.

SCHULE: Niederländische Lehrer erhalten Anti-Radikalisierungstraining

Niederländische Lehrkräfte in der Sekundarstufe können zukünftig ein kostenloses Training erhalten, um die drohende Radikalisierung unter Schülern früher zu erkennen und gezielter eingreifen zu können. Die Dozentenschulungen sollen gemeinsam vom Nationalen Koordinator für Terrorismus und Sicherheit (NCTV) und einer Spezialabteilung des Bildungsministeriums angeboten werden.

REGIONALWAHLEN: Umfragen sehen PVV vorne

Stimmzettel 2012
© NiederlandeNet/Tim Mäkelburg

Am kommenden Mittwoch den 18. März finden in den Niederlanden die Wahlen für die Provinzialstaaten – den politischen Organen der einzelnen zwölf niederländischen Provinzen – statt. Die jüngsten Umfragen sehen mehrheitlich die rechtspopulistische PVV und die rechtsliberale VVD vorne.

GRENZREGION: Euregios verstärken Zusammenarbeit

Diskussion Grenzinfopunkt
© NiederlandeNet

Die Euregios entlang der deutsch-niederländischen Grenze haben eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich der Bürgerberatung beschlossen. Dazu unterzeichneten sie am Freitag im Rahmen der Konferenz „Sprache – Beratung – Arbeitsmarkt“ im niederländischen Ulft eine Absichtserklärung. Noch in diesem Jahr sollen gemeinsame Grenzinfopunkte eingerichtet werden. Weitere Themen der Konferenz waren das Erlernen der Nachbarsprache, die Anerkennung von Berufsabschlüssen, Studierendenmobilität, bürokratische Hürden und fehlende statistische Daten sowie die Kommunikation in Richtung Berlin und Den Haag.

LITERATUR: Wahnsinnige 80. Boekenweek

Am vergangenen Freitag wurde die 80. Boekenweek (dt.: Bücherwoche) der Niederlande mit dem traditionellen Boekenbal (dt.: Bücherball) in der Stadsschouwburg Amsterdam eröffnet. Noch bis zum 15. März finden im ganzen Land Lesungen und Veranstaltungen statt, an einigen Tagen gibt es zudem zusätzliche literarische Events und Aktionen. Für die Leserschaft besteht die Möglichkeit eine Vielzahl von Autoren zu treffen.

MONARCHIE: Niederländisches Königspaar in Deutschlands Norden

In der kommenden Woche besucht das niederländische Königspaar Schleswig-Holstein und Hamburg. König Willem-Alexander und Königin Máxima werden auf ihrem zweitägigen Arbeitsbesuch von Außenhandelsministerin Liliane Ploumen und einer mitreisenden Handelsdelegation begleitet. Ziel ist es, die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen Deutschlands Norden und den Niederlanden zu vertiefen.

TEEVEN-DEAL: Minister und Staatssekretär treten zurück

Knapp eine Woche vor den Provinzwahlen hat die niederländische rechtsliberale Regierungspartei VVD von Ministerpräsident Mark Rutte einen herben Schlag hinnehmen müssen. Am späten Montagabend verkündete zunächst Ivo Opstelten (VVD), Minister für Sicherheit und Justiz, und anschließend auch sein Staatssekretär Fred Teeven (VVD) seinen Rücktritt. Ausschlaggebend hierfür war ein Deal, den der niederländische Staat vor 15 Jahren mit einem Drogenbaron geschlossen hatte.

UMWELT: Wolf sorgt für Aufregung in den Niederlanden

Noord-Sleen, Erm, Nieuw-Amsterdam – diese kleinen Dörfer im Osten der Niederlande sind seit dem vergangenen Wochenende im ganzen Land bekannt. Denn hier wurde der erste wilde Wolf in den Niederlanden seit mehr als hundert Jahren gesehen. Der Wolf, der wohl aus Deutschland stammt, sorgt in den Niederlanden für einige Aufregung. Angeblich hat er bereits ein Schaf gerissen und sich einer anderen Schafsherde genähert. Am Montagmorgen will ihn eine Frau in einem Wohngebiet im Ort Hoogezand gesehen haben.

EUROPA: Dijsselbloem strebt zweite Amtszeit als Eurogruppen-Chef an

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem (PvdA) will zum zweiten Mal Vorsitzender der Eurogruppe werden, wie die Tageszeitung de Volkskrant am Montagmorgen meldete. „Ich möchte weitermachen. So wie es jetzt aussieht, werde ich wieder kandidieren.“ Seine aktuelle Amtszeit läuft im Juli dieses Jahres aus.

JUSTIZ: Norwegische Gefangene ab September in den Niederlanden

Rund 240 norwegische Gefängnisinsassen sitzen ab September ihre Strafe in den Niederlanden ab. Darauf einigten sich der niederländische Staatssekretär für Sicherheit und Justiz Fred Teeven und sein norwegischer Amtskollege Anders Anundsen am Montag. Das norwegische und das niederländische Parlament müssen dem Abkommen noch zustimmen.