Nachrichten Juni 2015


BESTATTUNG: Amsterdamer Friedhof plant letzte Ruhestätten im Lärmschutzwall

Amsterdam. KL/AD/DT/HP. 08. Juni 2015. 

Der Amsterdamer Friedhof Buitenveldert hat einen Plan für mehrere Dutzend Gräber in einem 700 Meter langen Lärmschutzwall entlang der Autobahn A10 eingereicht, wie die niederländische Tageszeitung De Telegraaf bereits Ende Mai berichtete. Friedhofsleiterin Anja Vink geht davon aus, dass es viele Interessenten für diese einzigartigen letzten Ruhstätten geben wird, sofern die Gemeinde Amsterdam den Plan billigen sollte.

Der Lärmschutzwall selbst wurde bereits genehmigt. Mit dem Bau soll 2016 begonnen werden. „Der Wall ist ein Bestandteil des Projekts ‚Südachse‘. Da unser Friedhof direkt angrenzt, wurden wir gefragt, ob wir ‚spezielle Ideen‘ für dessen Ausgestaltung hätten“, erzählt Vink. Momentan wird der Friedhof nur durch einige Bäume und eine Holzwand vom Verkehrslärm abgeschirmt.

Nachdem man anfangs lediglich an einen Ort zur Bestattung von Urnen und zum Ausstreuen von Asche gedacht habe, sei schließlich die Idee zur ‚überirdischen‘ Bestattung entstanden. Der Lärmschutzwall solle aus speziellem Geokunststoff hergestellt und mit Blumen und Grün abgedeckt werden. Die Särge würden dann in Galeriegräber aus Beton geschoben und vorne mit einer beschrifteten Abdeckplatte verschlossen.

Zwischen den einzelnen Gräbern bleibe viel Zwischenraum erhalten, versichert Vink. Es werde ein grüner Ort mit Bäumen. Die Besucher könnten oben über den Wall spazieren und weiter unten würden Sitzbänke installiert, sodass man die Aussicht über den Friedhof genießen könne. Das mit der Planung beauftragte Architektenbüro habe außerdem den Vorschlag gemacht, Schafe auf den Wällen grasen zu lassen.

Nach Aussagen von Friedhofsleiterin Vink besteht in Amsterdam ohnehin großes Interesse an alternativen Bestattungsformen. Viele potenzielle Kunden wünschten sich etwas Exklusives, auch die Nachfrage nach überirdischen Bestattungen nehme zu. So eigne sich der Wall aus Geokunststoff hervorragend für Menschen, denen beispielsweise die Vorstellung unangenehm sei, nach ihrem Tod in die Erde gesteckt zu werden.