Nachrichten Januar 2015


ÜBERFALL: Erpresser drang in Fernsehstudio ein

Bei der niederländischen Hauptnachrichtesendung, dem NOS Journaal, kam es am Donnerstagabend vor der geplanten Ausstrahlung zu einem Zwischenfall. Ein bewaffneter Mann war wenige Minuten vor der für 20 Uhr geplanten Ausstrahlung in das Gebäude der NOS im Hilversumer Mediapark eingedrungen und hatte sich mit vorgehaltener Waffe Zutritt zu den Redaktionsräumen verschafft. Durch eine direkt eingeleitete Evakuierung aller Mitarbeiter kam es zu Stundenlangen Ausfällen der öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender in den Niederlanden.

MINDESTLOHN: Niederlande beklagen bürokratische Hürden Deutschlands

Der Mindestlohn ist da. Seit dem 1. Januar.2015 müssen deutsche Arbeitgeber belegen, dass sie ihre Mitarbeiter mit mindestens 8,50 Euro pro Arbeitsstunde bezahlen. Besonders die Logistikbranche ist betroffen. Neben der für viele ausländische Unternehmen bestehenden finanziellen Herausforderung, birgt das neue Gesetz auch eine Reihe von bürokratischen Hürden. Auch niederländische Unternehmen beklagen sich nun über die Änderungen im deutschen Arbeitsrecht.

PEGIDA: Geert Wilders grüßt Dresden

Immer mehr Bürger beteiligen sich europaweit an der Debatte rund um das in Dresden entstandene Phänomen PEGIDA. Wie NiederlandeNet berichtete, findet das Thema auch einige Beachtung in den niederländischen Medien. Am Sonntag bekam die Bewegung nun zudem politischen Rückenwind aus den Niederlanden.

KULTUR: Meuterei gegen niederländischen Seeheldenfilm

Die Uraufführung des niederländischen Abenteuerfilms „Michiel de Ruyter“ hat am Montagabend zu Protesten geführt. Der Namensgeber des Werks war ein Seefahrer (1607-1676), der in den Niederlanden vielfach als Nationalheld angesehen wird. Die Demonstranten werfen den Machern des Films jedoch Geschichtsfälschung vor, weil de Ruyters Beitrag zum Kolonialismus und zum Sklavenhandel darin bewusst verschwiegen werde.

STUDIUM: Niederländer reformieren die Studienfinanzierung

Mit Beginn des neuen Studienjahres am 1. September schaffen die Niederlande das Basisstipendium für Studierende ab und reformieren damit ihre Studienfinanzierung. Der Senat stimmte dem Gesetzentwurf am Dienstagabend zu. Das eingesparte Geld – man erwartet bis zu einer Milliarde Euro – soll dem Hochschulwesen zugutekommen und für die Qualitätsverbesserung der Bildung eingesetzt werden. Studierende, die bereits eingeschrieben sind, können bis zum Ende ihres Studiums von den alten Regelungen Gebrauch machen.

RELIGION: Erstmals weniger Gläubige als Ungläubige in den Niederlanden

Neusten Umfragen zufolge erreicht der Anteil von gottesgläubigen Menschen in den Niederlanden einen neuen Negativrekord. Denn immer weniger Menschen beantworten die Frage, ob sie an Gott glauben, rundheraus mit „ja“. Erstmals zählen niederländische Meinungsforscher nun mehr Ungläubige als Gläubige.

SCHULE: Sitzenbleiben ist „altmodisch und teuer“

Sitzenbleiben könnte an niederländischen Schulen bald der Vergangenheit angehören. Denn dem Staat entstehen durch die Ehrenrunden jährlich Kosten in Millionenhöhe, wie das Centraal Planbureau in einer am Samstag veröffentlichten Studie vorrechnet. Der Staatssekretär für Bildung, Sander Dekker, reagierte darauf mit klaren Worten: „Sitzenbleiben ist eine altmodische, teure und nicht-motivierende Art und Weise, Schüler 'bei der Stange' zu halten.“

POLITIK: Exekution belastet Beziehungen zwischen den Niederlanden und Indonesien

Am Sonntag haben die indonesischen Behörden sechs Personen exekutiert, darunter den Niederländer Ang Kiem Soei. Alle Versuche durch die Regierung in Den Haag, dies zu verhindern, scheiterten. Der niederländische Außenminister Bert Koenders erklärte, dass die Exekution Folgen für die Beziehungen zwischen den Niederlanden und Indonesien haben werde.

EINZELHANDEL: Niederländer kaufen vermehrt in Deutschland ein

Die Niederländer geben immer mehr Geld auf der anderen Seite der Grenze aus. Rund 30 Prozent der niederländischen Haushalte im Grenzgebiet haben im vergangenen Jahr Lebensmittel im Nachbarland gekauft. Dabei gaben sie 15 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Insgesamt wurden 2014 2,54 Prozent der gesamten Lebensmittelausgaben auf der anderen Seite der Grenze getätigt. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Marktforschungsinstituts GfK hervor.

WIRTSCHAFT: Niederländer bauen Elektrotankstellen-Netz in Berlin aus

Berlin hat große Pläne: Bis zum Jahr 2020 soll die Hauptstadtregion ein international anerkanntes Vorbild der Elektromobilität sein. Als einen ersten Schritt auf dem Weg dorthin will das Land sein Netz an Elektrozapfsäulen für Autos ausbauen. 28 Unternehmen aus der ganzen Welt hatten sich um den Auftrag beworben. Die Ausschreibung gewonnen hat das niederländische Unternehmen Alliander, wie der Berliner Senat Ende letzter Woche bekanntgab.

MUSIK: Niederländische DJs sind Exportschlager

Niederländische Musiker haben im Jahr 2012 zusammen den Rekordbetrag von 158,8 Millionen Euro im Ausland verdient. Das sind 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Den Löwenanteil machten dabei die Auftritte von Dance-Musik-Künstlern aus. Im Jahr 2004, als der Exportwert niederländischer Musik erstmals errechnet wurde, hatte der Gesamtbetrag noch bei 31,6 Millionen Euro gelegen.

ARBEITSMARKT: Bewerbungspflicht jenseits der Grenze gefordert

Der Limburger Provinzverwalter Twan Beurskens fordert eine gesetzliche Verpflichtung, dass sich Arbeitslose im Grenzgebiet auch jenseits der Grenze bewerben müssen. Ein Pilotprojekt der Provinz Limburg mit der Gemeinde Venlo und Nordrhein-Westfalen soll den Politikern in Den Haag nun zeigen, dass dies möglich ist. Auch andere Regionen experimentieren mit einer grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung.

KULTUR: Internationales Programm im Van Gogh-Jahr 2015

Mit Vincent Van Gogh starb am 29. Juli 1890 einer der bekanntesten Künstler der niederländischen Geschichte. Seine Biografie, seine Werke und sein Einfluss auf die kulturelle Gesellschaft der Niederlande und Europas, sind das Thema der diesjährigen Veranstaltungsreihe anlässlich seines 125. Todesjahres. Die Niederlande laden gemeinsam mit Belgien und Frankreich zum Vincent Van Gogh-Jahr 2015 ein.

MH17: Niederländische Behörden wussten von Gefahrenlage

Wie gestern Abend durch eine Antwort auf eine Regierungsanfrage deutlich wurde, wurden niederländische Behörden drei Tage vor dem Flugzeugabsturz des Malaysia Airlines-Fluges im vergangenen Sommer durch ukrainische Stellen über die gefährliche Situation im Luftraum des Landes informiert. Die Luftverkehrsgesellschaften wurden von den niederländischen Behörden anschließend aber nicht weiter in Kenntnis gesetzt.

MAUT: Drastischer Rückgang niederländischer Besucher zu erwarten

Bei einer im Dezember vergangenen Jahres durchgeführten Online-Umfrage unter 777 im Grenzgebiet zu Deutschland lebenden Niederländerinnen und Niederländern äußerte sich die Mehrheit der Befragten höchst kritisch gegenüber den Mautplänen der Bunderegierung. Eine Mehrheit von 75 Prozent lehnt die geplante Vignette kategorisch ab und viele geben an, zukünftig nicht mehr so oft wie bislang nach Deutschland fahren zu wollen.

ARCHIVÖFFNUNG: Reaktionen des niederländischen Kabinetts zum Mauerfall veröffentlicht

Jüngst veröffentlichte Protokolle des niederländischen Ministerrates aus dem Jahr 1989 vervollständigen das historische Bild, das man bislang über die Einstellung der niederländischen Regierung zum Mauerfall hatte. Aus den Dokumenten wird deutlich, dass die dritte Regierung unter Vorsitz von Ruud Lubbers hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt war und die Ereignisse in Berlin nur am Rande wahrnahm.

GESELLSCHAFT: Anschlagsdrohungen gegen niederländische Moscheen

Von den knapp 500 Moscheen in den Niederlanden sind knapp 40 Prozent in den letzten zehn Jahren Ziel von Anschlägen gewesen. Viele niederländische Moscheen haben in den letzten Tagen ihre Sicherheitsvorkehrungen aus Furcht vor Gewalt erhöht, nachdem auf einer Facebook-Seite zu Brandanschlägen aufgerufen wurde.

PEGIDA: Reaktionen der niederländischen Medien

Die Berichterstattungen über die rechts-populistische PEGIDA-Bewegung begrenzen sich längst nicht mehr auf das Gebiet der deutschen Presselandschaft. Auch internationale Zeitungen und Sendeanstalten beobachten und kommentieren vermehrt die spannungsgeladene Debatte um die Demonstrationsbewegung. So auch in den Niederlanden.

STEUERABKOMMEN: Vertrag tritt erst ab 2016 in Kraft

Der im April 2012 unterschriebene Vertrag, der die Besteuerung für deutsch-niederländische Grenzgänger zukünftig regeln soll, tritt erst ab 2016 in Kraft. Ursprünglich sollte das sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen bereits ab 1. Januar 2015 gelten. Grund für die Verzögerung sind viele offene Fragen und Unklarheiten zu konkreten Vertragsinhalten.

FEUERWERK: Weniger Verletzte dank neuer Regeln

Zum Jahreswechsel haben sich in den Niederlanden 574 durch Feuerwerk verletzte Personen bei der Notaufnahme von Krankenhäusern gemeldet. Das sind 126 weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang von 18 Prozent. Der starke Rückgang bei Verletzungen zum Jahreswechsel ist vermutlich einer gesetzlichen Neuregelung zu verdanken.

JAHRESWECHSEL: Dies ändert sich in den Niederlanden 2015

Pünktlich zum gerade angebrochenen neuen Jahr sind in den Niederlanden etliche Veränderungen in Kraft getreten. Dies meisten davon bedeuten finanzielle Einschnitte und wirken sich direkt auf die Geldbörsen der Niederländerinnen und Niederländer aus.