Nachrichten August 2015


MONARCHIE: König Willem-Alexander besucht Münster

Den Haag/Münster. TM/4en5mei.nl/RVD/ZNS. 20. August 2015.

Willem-Alexander Münster 2014
König Willem-Alexander der Niederlande bei seinem letzten Beauch in Münster im Mai 2014, Quelle: ZNS/Jürgen Peperhowe

Anlässlich des 20. Geburtstags des 1. deutsch-niederländischen Militärkorps wird in der kommenden Woche ein besonderer Gast das westfälische Münster besuchen. Wie das niederländische Regierungspresseamt RVD heute mitteilte, wird König Willem-Alexander an den Feierlichkeiten am 27. August teilnehmen. Zudem wird der Monarch auch ein Freiheitsfest besuchen, welches zusammen vom Zentrum für Niederlande-Studien der WWU Münster und dem Nationaal Comité 4 en 5 mei an diesem Tag im Theater Münster organisiert wird.

Es ist noch gar nicht so lang her, dass der niederländische König der westfälischen Metropole einen Besuch abgestattet hat. Im Rahmen eines Arbeitsbesuches in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen im Mai 2014 machte Willem-Alexander gemeinsam mit seiner Frau Máxima einen Zwischenstopp beim Haus der Niederlande in Münsters Innenstadt, um dem Zentrum für Niederlande-Studien (ZNS) zu seinem 25-jährigen Jubiläum zu gratulieren und mit Studierenden zu sprechen (NiederlandeNet berichtete).

Nun, genau 15 Monate später, wird es unter anderem wieder eine Veranstaltung des ZNS sein, an der König Willem-Alexander teilnehmen wird. Unter dem Titel „Voor Vrijheid/Für Freiheit“ organisiert das Hochschulinstitut gemeinsam mit dem Nationaal Comité 4 en 5 mei aus den Niederlanden ein deutsch-niederländisches Freiheitsfest im Theater Münster, wo Willem-Alexander an einem Teil des Programms beiwohnen wird, zu dem rund 300 geladene Gäste erwartet werden. Der niederländische König wird dort unter anderem mit Schülerinnen und Schülern aus beiden Ländern sprechen, die am Vormittag an Workshops zu den Themen Bürgerrechte, Demokratie und Freiheit teilnehmen werden. Das Fest ist Teil der binationalen Veranstaltungsreihe „70 Jahre Freiheit“, die aufgrund der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zum niederländischen Befreiungstag am 5. Mai 2012 in Breda (NiederlandeNet berichtete) gehalten wurde. Gauck appellierte seinerzeit leidenschaftlich an die Niederlande und Deutschland, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und den Begriff der Freiheit mit Inhalt zu füllen. Teil des Festes wird auch eine öffentliche Veranstaltung mit der niederländischen Romanautorin Tessa de Loo („die Zwillinge“) sein, die am Vorabend des Königsbesuches im Haus der Niederlande stattfindet.

Im Anschluss an den Besuch beim Freiheitsfest wird König Willem-Alexander bei den Jubiläumsfeierlichkeiten des 1. deutsch-niederländischen Korps rund um das Münstersche Rathaus erwartet. Im Rathaus findet am Nachmittag eine Feierstunde mit rund 250 geladenen Gästen statt. Bei der anschließenden militärischen Parade auf dem Prinzipalmarkt werden König Willem-Alexander sowie auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft anwesend sein. Der König der Niederlande wird sich bei einem Empfang durch Oberbürgermeister Markus Lewe zudem in das Goldene Buch der Stadt eintragen und den traditionellen Schluck aus dem Goldenen Hahn nehmen. Beim anschließenden Biwak auf dem Gelände des Korps-Hauptquartiers am Schlossplatz werden die hochrangigen Gäste die Möglichkeit haben, mit Angehörigen des multinationalen Korps ins Gespräch zu kommen.

Das deutsch-niederländische Korps war bei seiner Gründung am 30. August 1995 (NiederlandeNet berichtete) eine sehr innovativen Institution – zum ersten Mal in der europäischen Geschichte wurden mit dem Korps Stäbe aus zwei unterschiedlichen Ländern vereinigt. Bestand das Korps zu Beginn nur aus Militärs aus den beiden Führungsnationen Deutschland und den Niederlanden, sind nach dem Jahr 2000 auch weitere Nationen hinzugekommen. Den Großteil der knapp etwa 400 in Münster beschäftigten zivilen und militärischen Personen stellen aber weiterhin die beiden federführenden Nationen. Vor einigen Jahren hat sich das Korps zu einer multinationalen NATO-Einheit weiterentwickelt, die abwechselnd von einem deutschen und einem niederländischen Kommandanten geleitet wird. Das Hauptquartier bildet ein sogenanntes Korpskommando hoher Einsatzbereitschaft (engl. High Readyness Forces). Diese schnelle Eingreiftruppe kann binnen weniger Tage sowohl der NATO als auch der EU für mögliche Einsätze zur Verfügung stehen.