Nachrichten April 2015


GRENZREGION: Erster Deutsch-Niederländischer Handelstag in Niedersachsen war ein Erfolg

Papenburg. KK/EDR/RTVNoord. 24. April 2015

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Rund 400 Teilnehmer tauschten sich über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus, Quelle: NiederlandeNet/cc-by-nc-sa

Am Donnerstag fand im emsländischen Papenburg das erste Deutsch-Niederländische Wirtschaftsforum  in Niedersachsen statt. Knapp 400 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, von Behörden und Handelskammern trafen sich unter dem Motto: Freunde treffen, Zusammenarbeit stärken!

Ton Lansink, Generalkonsul der Niederlande, freute sich über die fast 400 Anmeldungen, die seine kühnsten Erwartungen weit übertrafen.  Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern seien einzigartig. „Die Beziehungen sind dermaßen intensiv, dass man von einem gemeinsamen Wirtschaftsraum sprechen kann.“ Aber noch immer gebe es Probleme in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Lansink sprach sich daher, wie auch König Willem-Alexander es in der Vergangenheit mehrfach getan hatte,  für eine Intensivierung der Zusammenarbeit aus.

Auch Janika Horváth, der Geschäftsführer der niederländischen Handelskammer, betonte die guten Beziehungen, verwies allerdings darauf, dass gute Nachbarschaft nicht von selbst entstehe. „Doch hat man es einmal geschafft, weiß man nicht nur nicht mehr, wie es ohne sie war, sondern hat eventuell auch einen guten Freund gewonnen.“ Wenn alles gut ist, warum dann noch einen Deutsch-Niederländischen Handelstag ausrichten? „In gute Beziehungen muss man investieren.“

In einem Impulsvortrag über die wirtschaftliche Erholung in Europa, ging Maarten Leen, Leiter der Abteilung Makroökonomie der ING, auch auf die wirtschaftliche Situation der beiden Länder ein. Grundsätzlich entwickelten sich beide Länder mehr oder weniger parallel, aber in den letzten Jahren habe sich das verändert. Die niedersächsische Grenzregion steht derzeit besser dar, als der Osten der Niederlande, wo man länger mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen hatte. Karel Groen, Geschäftsführer der Ems Dollart Region, sieht bei den Niederländern daher auch eine stärkere Bereitschaft den Schritt über die Grenze zu wagen. „Die Deutschen sind weniger auf der Suche nach Arbeit bei uns. Sie haben schließlich einen eigenen starken Markt. Sie interessieren sich vor allem für unsere Arbeitskräfte.“ Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen daher Fragen des Markteintritts im anderen Land, das Lernen voneinander und Zugehen aufeinander. In drei Workshops tauschten sich die Teilnehmer über rechtliche, steuerrechtliche und interkulturelle Unterschiede aus, die es beim Markteintritt im anderen Land oder bei der Zusammenarbeit mit Partnern zu beachten gibt.

Neben den Workshops blieb viel Raum, um mit alten Kontakten ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. 40 Organisationen und Unternehmen, die bereits grenzüberschreitend tätig sind, präsentierten außerdem ihre Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Ton Lansink freute sich auch darüber, dass Vertreter aus dem Bereich Wissenschaft anwesend waren. „Wissenschaft und Wirtschaft sind keine getrennten Bereiche mehr, sie gehen Hand in Hand.“

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Generalkonsulat in Zusammenarbeit mit den deutschen und niederländischen regionalen Handelskammern, der Deutsch-Niederländischen Handelskammer, der Ems Dollart Region und weiteren Partnern. Das Forum sollte als Auftakt für eine regelmäßige Veranstaltung dienen – im nächsten Jahr dann auf niederländischer Seite.

Fotos der Veranstaltung finden sich auf unseren Flickr-Seiten.