Nachrichten April 2015


ARBEIT: Rechtsanspruch auf Homeoffice

Den Haag. AF/KK/DT/KiM/NOS/SpOn. 15. April 2015.

In den Niederlanden haben Angestellte künftig das Recht, von zu Hause aus zu arbeiten. Arbeitgeber dürfen dies nur begründet ablehnen. Am Dienstag stimmte der Senat dem entsprechenden Gesetzesentwurf zu. Im Juli tritt die Regelung in Kraft.

Einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit haben niederländische Angestellte bereits seit Einführung des Gesetzes zur Anpassung der Arbeitsdauer (Wet aanpassing arbeidsduur)  im Jahr 2000. Das neue Gesetz zur Arbeitsflexibilisierung Wet flexibel werken erweitert die alte Regelung nun um den Anspruch auf Heimarbeit. Damit können Arbeitnehmer selbst entscheiden, wann sie arbeiten.

Dazu müssen die Angestellten wie bisher im Falle der Arbeitsdauer einen Antrag bei ihrem Chef stellen, wenn sie einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus erledigen wollen. Mit der Neuregelung liegt nun aber die Beweislast beim Arbeitgeber, der den Antrag nun nur noch begründet ablehnen kann. „Arbeitgeber müssen eine Absage begründen und dafür schwerwiegende Dienst- oder Betriebsinteressen anführen", wird Linda Voortman, eine der Initiatoren des Gesetzes auf Spiegel-Online zitiert. Die Ausnahmen sind gesetzlich geregelt: Nur bei schweren Sicherheitsrisiken, unlösbaren Problemen in der Dienstplanung oder untragbaren finanziellen Schäden können Arbeitgeber einen Antrag ablehnen.

Mit der Neuregelung soll es den Arbeitnehmern einfacher gemacht werden, einen Tag zu Hause zu arbeiten oder die Arbeitszeiten beispielsweise den Schulzeiten der Kinder anzupassen. Ziel ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu vergrößern. Vorteile werden auch darin gesehen, dass die Arbeitnehmer den Berufsverkehr meiden können, indem sie von woanders aus arbeiten oder die Arbeitszeiten flexibel handhaben können.

Das Arbeiten von zu Hause aus ist in den Niederlanden bereits relativ weit verbreitet. Einer Studie des Kennisinstituut voor Mobiliteit zufolge lag der Anteil der Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, bei 32 Prozent. 68 Prozent dagegen gaben an, nie von zu Hause aus zu arbeiten.