Nachrichten April 2015


STURM: Niklas sorgte auch in den Niederlanden für erhebliche Schäden

Rotterdam. KK/DT/NRC/VK. 1. April 2015.

Ein Todesopfer, ein  Schwerverletzter und Sachschäden in Höhe von zehn Millionen Euro – das ist die traurige Bilanz des Orkantiefs Niklas in den Niederlanden. Das Tiefdruckgebiet zog am Dienstag über die Niederlande hinweg und sorgte vor allem für erhebliche Behinderungen im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr. Obwohl das Zentrum des Tiefdruckgebiets die Niederlande bereits am Nachmittag verlassen hatte, galt der „Code Orange“ als zweithöchste Unwetterwarnstufe im Norden des Landes noch bis zum Abend. Zu dieser Zeit wurden auch die schwersten Windstöße mit einer Geschwindigkeit von bis zu 134 Stundenkilometern gemessen.

Die Region rund um Rotterdam und Amsterdam wurde am stärksten getroffen, aber auch Teile der an Deutschland grenzenden Provinz Gelderland wurden in starke Mitleidenschaft gezogen. In Ede kam ein Mann beim Einsturz einer Halle ums Leben, ein zweiter wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Zunächst war man davon ausgegangen, dass sich niemand in der Halle des Baustoffhandels  Raab Karcher aufgehalten hatte. Dann stellte sich heraus, dass zwei Mitarbeiter im Gebäude gewesen waren.

In Rotterdam deckte Niklas das Dach eines Apartmentkomplexes ab, vor Vlissingen lief ein Containerschiff auf Grund, weil es durch den starken Wind vom Kurs abkam. Es konnte aber schnell aus seiner Lage befreit werden. Auf den Autobahnen sorgten Lkw für Staus – fünfzehn von ihnen wurde der Wind zum Verhängnis und sie kippten um, weshalb verschiedenen Autobahnen zeitweise gesperrt werden mussten.

Auch der Bahn- und Flugverkehr kämpfte mit dem Wetter. Äste und Bäume, die auf die Gleise stürzten, sorgten dafür, dass der Zugverkehr zum Teil komplett lahmgelegt war, auf anderen Strecken wurden wegen des Windes weniger Züge eingesetzt. Am Flughafen Schiphol mussten rund 90 Flüge gestrichen werden, weitere starteten mit Verspätung.

Aufgrund der hohen Wasserstände wurden drei Hochwasserschutzanlagen vorsorglich geschlossen: die Schleusen des Haringvlietdam in Südholland, die Hollandsche IJsselkering bei Krimpen aan den IJssel sowie das aufblasbare Balgenstauwehr bei Kampen.