Nachrichten SEPTEMBER 2014


INTERNET: Google baut enormes Rechenzentrum in Eemshaven

Eemshaven. /degelderlander/NOS/rtvnoord/RVD. 24. September 2014.

Der Internetkonzern Google wird in den Niederlanden in den kommenden vier Jahren rund 600 Millionen Euro für ein neues Rechenzentrum investieren. In Eemshaven in der Provinz Groningen fand am Dienstag in Anwesenheit des niederländischen Wirtschaftsministers Henk Kamp der erste Spatenstich statt.

Google hat für seine Baupläne ein 47 Hektar großes Areal angekauft – was einer Fläche von rund 70 Fußballfeldern entspricht. Das Datencenter soll zunächst auf einer Fläche von 15 Hektar entstehen und etliche zehntausende Server beheimaten. Am Bau des riesigen Komplexes, der Anfang 2016 vollendet sein soll, werden 1.000 Personen mitarbeiten. Nach der Fertigstellung will Google 150 permanente Arbeitsplätze in Eemshaven schaffen. Der US-amerikanische Konzern war unter einem geheimen Codenamen bereits seit April 2012 auf der Suche nach einem geeigneten Standort für seine neue Serverfarm. Sie soll das vierte große Datencenter des Konzerns auf europäischem Boden bilden.

Der niederländische Wirtschaftsminister Henk Kamp (VVD) zeigte sich nach dem gestrigen ersten Spatenstich sehr erfreut über die Investition in Eemshaven und hofft nun auf die Ansiedlung weiterer großer High-Tech-Firmen im Norden der Niederlande: „Diese Investition von Google zeigt, dass der Norden ein attraktives Gebiet für Investitionen ist. Es gibt dort gut ausgebildete Techniker und Bauarbeiter. Es existiert eine zuverlässige Energie- und IT-Infrastruktur. Es gibt genug Platz zum Bauen.“

Auch Harm Post, Direktor von Groningen Seaports, lobte die Region um Eemshaven als reizvollen Standort für Unternehmen: „Wir sind eine Art Informationskreisverkehr. Es liegt hier ein großes Glasfaserkabel, welches uns mit Amerika, Hamburg, Amsterdam und Groningen verbindet.“ Tatsächlich könnte die IT-Infrastruktur, die Google zukünftig in Eemshaven vorfinden wird nicht besser sein: Von den 15 großen transatlantischen Seekabeln kommen alleine elf in den Niederlanden an Land – eines der Kabel direkt in Eemshaven. Die Niederlande verfügen laut Minister Kamp dadurch über eine der schnellsten Datenverbindungen weltweit. Für den Standort Eemshaven sprach aber auch die gute Energieinfrastruktur durch unterschiedliche Kraftwerke und einen großen Windpark, der eine bessere Energieversorgung als etwa in der Randstad bietet.