Nachrichten Oktober 2014


MEDIEN: Springer investiert in niederländischen Online-Kiosk Blendle

Utrecht. AF/blendle.nl/FMT/meedia.de/NRC. 27. Oktober 2014.

Die New York Times Company und der deutsche Axel-Springer-Verlag investieren gemeinsam drei Millionen Euro in den niederländischen Online-Kiosk Blendle. Mit dem Geld soll der internationale Ausbau des jungen Unternehmens vorangetrieben werden. „Wir fühlen uns wirklich geehrt, dass zwei der einflussreichsten Herausgeber der Welt so viel Vertrauen in uns zeigen“, so einer der Blendle-Gründer Alexander Klöpping in einer Presseerklärung.

Blendle ist eine Online-Plattform, die gebündelt alle Artikel der wichtigsten niederländischen Zeitungen und Magazine bietet. Das Unternehmen ging vor fünf Monaten online. Seitdem haben sich laut Selbstauskunft mehr als 130.000 Nutzer registriert. Diese können gegen ein geringes Entgelt einzelne Artikel lesen. Blendle wird deshalb auch häufig als „iTunes des Journalismus“ bezeichnet. Ein Artikel kostet etwa 20 Cent. Rund 70 Prozent der Einnahmen fließen an die Verlage zurück, 30 Prozent geht an Blendle.

Entwickelt wurde die Idee von den beiden 27-jährigen Journalisten Marten Blankesteijn und Alexander Klöpping. „Das Problem ist nicht, dass keine guten Stories geschrieben werden, sondern die Art, wie die Artikel angeboten werden. Ich bezahle doch keine fünf Euro für eine Zeitschrift, in der ein einziges gutes Interview abgedruckt ist. Ich möchte meine eigene Zeitung zusammenstellen können“, erklärte Blankesteijn seine Beweggründe gegenüber dem Online-Magazin Fast Moving Targets.

Die jungen niederländischen Unternehmer wollen weitere Märkte in Europa mit ihrem Konzept erobern. Das Investment von Springer und der New York Times Company soll hierbei helfen. Die beiden Verlage halten im Gegenzug künftig beinahe ein Viertel der Firmenanteile. „Als Verlag wollen wir die Leser davon überzeugen, für guten Journalismus zu bezahlen; auch im digitalen Zeitalter. Ich freue mich deshalb, dass ein europäisches Start-Up eine einfach zu nutzende Plattform geschaffen hat, die den bezahlten Zugang zu Qualitätsartikeln gewährleistet“, so Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des deutschen Medienunternehmens Axel Springer SE.