Nachrichten Oktober 2014


UNTERRICHT: Immer mehr Laptops und Tablets in niederländischen Klassenzimmern

Zoetermeer. KK/AC/TR. 21. Oktober 2014.

Fast ein Drittel der weiterführenden Schulen in den Niederlanden nutzt mittlerweile Laptops oder Tablet-Computer im Unterricht. Das zeigt eine Umfrage der Stiftung Kennisnet, dem öffentlichen Partner für Schulen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik (ICT). Wie die Geräte im Unterricht eingesetzt werden, ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Einige nutzen Tablets als Ersatz für Bücher, andere verwenden sie, um digitale Aufgaben zu machen und nutzen daneben auch weiterhin analoge Unterrichtsmaterialien. Doch auch die Anzahl der Schulen, die Bücher und traditionale Lehrmethoden fast vollständig aus ihrem Unterricht verbannen, steigt. „Die Art und Weise, wie die Geräte eingesetzt werden, muss zu der Vision der Schule passen“, so Philip Post von der Organisation Kennisnet.

Der Unterricht mit Laptops bietet vielfältige Möglichkeiten. „Wir sind davon überzeugt, dass das Lernen mit einem Laptop spannender, abwechslungsreicher und schöner ist, was in einer Umfrage unter den Schülern bestätigt wurde. Die multimedialen Anwendungsmöglichkeiten sind eine Bereicherung für unser Unterrichtsangebot“, schreibt beispielsweise das Alfrink College in Zoetermeer auf seiner Homepage.

Bezahlt werden die Geräte in der Regel von den Eltern. Dabei kommen für ein iPad Kosten von rund 400 Euro auf sie zu, für einen Laptop zum Teil 850 bis 1.050 Euro. „Die meisten Eltern haben damit kein Problem“, so Kees van Domselaar von der iScholengroep, einem Netzwerk von 52 weiterführenden Schulen, die ICT nutzen um ihren Unterricht zu verbessern. Für Eltern, die das Geld nicht aufbringen können, hätten viele Schulen außerdem andere Finanzierungsmöglichkeiten. Die Schulen dürfen die Eltern allerdings nicht verpflichten, ein Tablet oder Laptop anzuschaffen, so Sandra Dekker, Staatssekretärin für Unterricht. Dies bestätigt auch Eric Brunings, Abteilungsleiter am Alfrink College in Zoetermeer. Das Interesse sei allerdings so groß, dass in diesem Schuljahr zwölf der dreizehn Klassen der Erprobungsstufe mit Laptops arbeiten. „Viele Eltern schenken ihrem Kind einen Laptop, wenn sie auf die weiterführende Schule kommen, so wie man früher ein neues Fahrrad bekam“, so Brunings.

Auch in Grundschulen nimmt der Einsatz von Tablets zu, allerdings nicht so schnell wie an weiterführenden Schulen. Knapp 20 Prozent der Grundschulen setzt Tablets regelmäßig im Unterricht ein. Dies geht manchen Experten nicht weit genug. Mariëlle Stoelinga, Professorin für Informatik an der Universität von Twente ist dafür, dass Kinder bereits in der Grundschule Informatikunterricht haben und erste Erfahrungen mit dem Programmieren sammeln. „Es ist nicht nur toll, sondern auch dringend nötig. Und so schwierig ist es auch nicht.“ Sie sieht den Unterricht in Grundschulen als notwendig, wenn die Niederlande weiterhin einer führende Rolle auf dem Gebiet der Wissensgesellschaft spielen wollen.