Nachrichten Oktober 2014


GESUNDHEIT: Aktionswoche zur Organspende

Den Haag. KK/AD/EenVandaag/jaofnee.nl/NOS. 20. Oktober 2014.

Ja oder Nein? -  Mit dieser Frage wurden die Niederländer in der vergangenen Woche konfrontiert. Es ging um die Frage, ob sie bereit wären, nach ihrem Tod Organe zu spenden und ob sie ihre Entscheidung im nationalen Spenderregister hinterlegt haben. Denn in der vergangenen Woche fand in den Niederlanden die donorweek, eine Aktionswoche zum Thema Organspende statt. Politiker und Prominente riefen dazu auf, sich als Organspender oder auch als Nicht-Spender registrieren zu lassen. Insgesamt ließen sich in der Woche 27.433 Menschen registrieren, wie die Organisatoren heute bekannt gaben. 86 Prozent gaben an, nach ihrem Tod Organe spenden zu wollen.

2013 hatten sich in der donorweek 31.285 Menschen registrieren lassen. Die Anzahl der neu Registrierten lag in diesem Jahr deutlich darunter. Allerdings werden in den kommenden Wochen noch viele weitere Registrierungen erwartet. „Erst am Ende des Jahres können wir wirklich einen guten Vergleich mit 2013 ziehen“, so ein Sprecher.

Im nationalen Spendenregister sind derzeit 5,8 Millionen Niederländer ab 16 Jahren registriert, was knapp 42 Prozent der Bevölkerung entspricht. 3,5 Millionen von ihnen haben angegeben, dass sie Organe spenden wollen. 2,3 Millionen wollen keine Organe spenden oder bei ihnen sollen die Hinterbliebenen entscheiden, was nach dem Tod mit ihren Organen geschieht.

Menno Loos reicht das nicht. „Jede Registrierung ist gut, aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, so der Vorsitzender der Stichting 2MH. „Das bedeutet, dass von 7,5 Millionen Niederländern nicht bekannt ist, ob sie spenden wollen.“ Seine Stiftung setzt sich daher dafür ein, dass jeder Niederländer gefragt wird, ob er bereit ist, Organe zu spenden. Reagiert jemand auf mehrfache Aufforderung hin nicht, wird er automatisch als Spender angesehen. Ein Gesetzesvorschlag für ein sogenanntes aktives Organspendesystem ist bereits seit einigen Jahren in der Diskussion. Einer Umfrage zufolge, die das Nachrichtenjournal EenVandaag im Rahmen der Aktionswoche unter 20.000 Niederländern durchgeführt hat, sind 61 Prozent der Befragten für die Einführung eines solchen Systems.

Die donorweek fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt. Sie ist eine Initiative von Gesundheits- und Patientenorganisationen, der Nederlandse Transplantatie Stichting und dem Gesundheitsministerium. Während der Aktionswoche fanden in den Niederlanden 200 Aktionen statt, um den Menschen die Wichtigkeit von Organspenden vor Augen zu führen. Die Kampagne zielt vor allem darauf ab, dass sich Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. Wie sie sich entscheiden, bleibt ihnen überlassen

Derzeit warten in den Niederlanden rund 1.200 Menschen auf Spenderorgane, ungefähr 150 sterben jährlich, weil kein passendes Organ gefunden wird.