Nachrichten Mai 2014


TRAUER: Erster niederländischer Astronaut gestorben

Amsterdam. KK/DPA/nieuws.nl/NOS/RP. 21. Mai 2014.

Der niederländische Astronaut Wubbo Ockels ist am Sonntag im Alter von 68 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben. Er war 1985 als erster Niederländer mit der Raumfähre Challenger sieben Tage im All und erlangte dadurch nationale Berühmtheit. Später arbeitete der Physiker und Mathematiker für die europäische Weltraumagentur ESA im niederländischen Noordwijk und war als Professor für Raumfahrttechnologie in Delft und Groningen tätig.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem großen Verlust und nannte Ockels einen Pionier auf dem Gebiet des innovativen und nachhaltigen Denkens. Denn Ockels war mehr als nur der erste niederländische Astronaut. Über seinen Ausflug ins Weltall sagte er später: „Die Erde schwebt da dreihundert Kilometer unter dir. Mir wurde bewusst, dass alles, was im Leben wertvoll ist, dort auf dem, wie ich es nenne, einzigen Raumschiff ist, das wir haben. Es gibt keine Reserve-Erde.“ Da habe er gewusst, dass er seine Geschichte erzählen müsse. Seine Geschichte über Nachhaltigkeit und einen besseren Umgang mit diesem Raumschiff.

Ockels lebte für seine Idee. „Eine nachhaltige Zukunft ist eine Zukunft mit guter Beschäftigungslage“, sagte Ockels; „und auch eine schönere Zukunft.“ Er baute das energieautonome Segelschiff Ecolution, das keinerlei Emissionen ausstößt und arbeitete mit seinem Team an einem nachhaltigen Aruba. Mike Eman, der Premierminister der Karibikinsel, will bis 2020 unabhängig von fossilen Brennstoffen werden.

Laut Rutte sei Ockels ein Mann gewesen, für den kein Problem zu groß war. „Wubbo Ockels dachte in Möglichkeiten. ‚Geht nicht’ gab es für ihn nicht.“ Dies zeigte sich auch bei seiner Krankheit. Bereits 2008 war Ockels ein Nierentumor entfernt worden. Im letzten Jahr wurde erneut Nierenkrebs festgestellt. Noch im Frühjahr probierte er den Krebs mit alternativen Methoden zu besiegen. Auch ließ Ockels sich in den letzten fünf Monaten vom Fernsehmoderator Ivo Niehe begleiten, in der Hoffnung, anderen Menschen durch seinen Umgang mit der Krankheit etwas geben zu können.