Nachrichten JuLi 2014


UNWETTER: Westen der Niederlande unter Wasser

Amsterdam. AF/Parool/KNMI/twitter/weeronline.nl. 28. Juli 2014.

Gewitter in der Nacht von Sonntag auf Montag und heftige Regenfälle am Montagmorgen haben im Westen der Niederlande für Hochwasser gesorgt. Von Zeeland bis Nord-Holland wurden am Montagvormittag überschwemmte Straßen gemeldet. Vom Amsterdamer Flughafen Schiphol konnten zwischen acht und neun Uhr keine Flugzeuge starten, die Autobahn A10 bei Amsterdam ist zur Stunde noch gesperrt, auch die Amsterdamer Straßenbahnen konnten aufgrund der Wassermassen manche Haltestelle nicht anfahren.

Um 11.30 Uhr meldete der Wetterdienst weeronline.nl auf seiner Website, der meiste Niederschlag sei bisher seit gestern Abend in Alphen aan den Rijn gefallen: 160 mm pro Quadratmeter. So viel Regen falle normalerweise innerhalb eines ganzen Monats. In vielen Orten in Zeeland, Nord-Brabant, Nord- und Südholland sowie Utrecht erwarten die Meteorologen Niederschlagsmengen von über 100 mm. Laut der Amsterdamer Zeitung Het Parool habe die Feuerwehr bereits jetzt viele Notrufe erhalten, weil Keller und Kanalisationen vollgelaufen sind. In manchen Straßen stünde das Wasser so hoch, dass es in die Wohnungen laufe, wird ein Feuerwehrsprecher zitiert.

Rund 10.000 Haushalte in Tilburg hatten zwischen 11.40 Uhr und 13.00 Uhr keinen Strom, da ein Transformator in einer Hochspannungsstation aufgrund der heftigen Regenfälle ausgefallen war. Mitarbeiter der Universität Tilburg konnten keine E-Mails versenden, da das Servergebäude der Universität wegen Überschwemmung geschlossen wurde.

Auf dem Nachrichtendienst Twitter sind inzwischen viele Fotos von überschwemmten Straßen oder Bahnhöfen zu sehen. Neben Bewohnern, die gegen die Wassermassen kämpfen und mit Eimern ihre Küchen leerschöpfen, zeigen die Bilder auch junge Leuten, die sich auf der Luftmatratze durch die Straßen Amsterdams treiben lassen. Der häufigste Hashtag war #wateroverlast (dt.: Hochwasser, Überschwemmung) gefolgt von #noodweer (dt.: Unwetter).

Das Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut (KNMI) warnt in beinahe allen Provinzen auch in den kommenden 48 Stunden vor „gefährlichem Wetter“. Nur für die Watteninseln, Friesland, Groningen und Drenthe liegen keine Wetterwarnungen vor.