Nachrichten JuLi 2014


IMMIGRATION: Asylbewerberzahl in den Niederlanden 2014 stark angestiegen

Den Haag. KL/CBS/elsevier.nl/NOS/NRC. 25. Juli 2014.


Der Zustrom von Asylbewerbern in die Niederlande hat in der ersten Hälfte dieses Jahres den höchsten Stand seit 2001 erreicht, wie das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) am vergangenen Dienstag mitgeteilt hat. Damit hat sich die Zahl der Asylanträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Insgesamt kamen im vergangenen Halbjahr über 12.000 Asylbewerber in die Niederlande, 58 Prozent von ihnen stammen aus Syrien und Eritrea.

Die neuen Zahlen des CBS kommen nicht ganz überraschend. Bereits vor einigen Monaten hatte der niederländische Staatssekretär für Sicherheit und Justiz Fred Teeven (VVD) auf die angespannte Lage aufmerksam gemacht, als bis zu 1.000 Asylanträge pro Woche gestellt wurden (NiederlandeNet berichtete). Derart hoch hatte die Asylbewerberzahl zuletzt im Jahr 2001 gelegen. Damals waren die Kosovo-Krise und die Gewalt in Afghanistan und im Irak die wichtigsten Ursachen. Seither war der Zustrom von Flüchtlingen rückläufig, stieg Anfang dieses Jahres dann jedoch sprunghaft an.

Nach Angaben des CBS waren die meisten Flüchtlinge aus Eritrea zunächst vor allem über Deutschland und Schweden eingereist. Später haben die illegalen Schleuserbanden ihre Routen jedoch mehr und mehr in die Niederlande verlegt. Staatssekretär Teeven hatte daraufhin verstärkte Kontrollen und eine strengere Prüfung der Asylanträge angekündigt. Laut CBS sind Kriege und Krisenherde nicht die einzigen Ursachen für die Zunahme von Asylbewerbern. Auch die Zahl der Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer und der Verlauf der Schleuserrouten spielen demnach eine wichtige Rolle.

Die Unterbringung der Asylbewerber bereitet unseren westlichen Nachbarn zunehmende Probleme (NiederlandeNet berichtete). Die dafür zuständige Organisation Centraal Orgaan opvang Asielzoekers (COA) ist ihrer Aufgabe kaum noch gewachsen. Wenn der Zustrom konstant bleibe, müsse man die Flüchtlinge wohl „in spätestens drei Wochen in Zelten unterbringen“, diese Befürchtung äußerte der COA-Vorsitzende Jan-Kees Goet am vergangenen Dienstag gegenüber dem niederländischen Radiosender BNR. Einige hauptamtliche Mitarbeiter des COA suchten aktuell fieberhaft nach geeigneten, zusätzlichen Unterkünften für die Flüchtlinge – dazu zählten beispielsweise Kasernen, Gefängnisse und ehemalige Altenheime.

Weitere Details zur Entwicklung der Asylbewerberzahl gibt es in niederländischer Sprache auf der Website des CBS.