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SPORT: Comeback des niederländischen Dressurpferds Totilas

Aachen. AF/AZ/dw/NOS/TG/Welt. 21. Juli 2014.


Der deutsche Reiter Matthias Rath und Totilas, millionenschweres Dressurpferd aus den Niederlanden, feierten beim Pferdesport-Turnier CHIO Aachen am Wochenende ein bemerkenswertes Comeback. Nach zwei Jahren Verletzungspause gewann das Duo beim „Weltfest des Pferdesports“ den Grand Prix und den Grand Prix Spécial. An der Kür am Sonntag nahmen Rath und Totilas zum Ärger von Fans und Veranstaltern dann jedoch nicht teil.

Raths Rückzug von der Kür sei ein „Eklat“, so die Zeitung Die Welt. „Wir müssen uns bei unseren Sponsoren und Zuschauern dafür entschuldigen, dass er gefehlt hat“, wird der aus den Niederlanden stammenden CHIO-Sportdirektor Frank Kemperman zitiert. „Ich bin jetzt 20 Jahre hier im Geschäft, aber ich habe noch nie erlebt, dass ein Paar nach Grand Prix und Special in der Kür plötzlich ohne Verletzung fehlte.“ Gegenüber der niederländischen Boulevard-Zeitung De Telegraaf fand Kemperman noch deutlichere Worte: „Ich finde, dass sie das allein schon wegen des Publikums nicht machen können. Die sechs Minuten hätten sie doch wohl noch in Aktion treten können.“ Rath erklärte, er habe Totilas für die Weltmeisterschaft, die Ende August in der Normandie stattfindet, schonen wollen. Das Pferd sei immer noch „im behutsamen Aufbau“, so die Westdeutsche Zeitung.

Dieser behutsame Aufbau zeigte beim Grand Prix am Donnerstag und beim Grand Prix Spécial am Samstag bereits erste Früchte. Beide Male errangen Rath und Totilas mit 379 Punkten den ersten Platz. Den Nationenpreis sicherte sich dann auch die deutsche Mannschaft mit 243,100 Punkten. Auf Platz zwei kam das niederländische Team mit 223,380 Punkten.

Die Kür gewannen die Britin Charlotte Dujardin und ihr Pferd Valegro. Auf Platz zwei und drei kamen die deutschen Reiterinnen Helen Langehanenberg auf Damon Hill und Isabell Werth auf Bella Rose.

Totilas gilt als teuerster Hengst der Welt. Das 14 Jahre alte Niederländische Warmblut stammt aus dem friesischen Dorf Broeksterwâld (Broeksterwoude). Schon in jungen Jahren glänzte der Hengst, der sich durch eine hervorragende Ausstrahlung, ein überragendes Bewegungstalent und einen kooperativen Charakter auszeichnet, auf internationalen Turnieren mit Spitzennoten. Damals allerdings noch unter dem niederländischen Dressurreiter Edward Gal. Nachdem Gal mit dem Rapphengst bei den Weltreiterspielen 2010 in Kentucky dreimaliger Goldgewinner wurde, verkaufte sein Besitzer den Hengst an den deutschen ehemaligen Springreiter und Profizüchter Paul Schockemöhle. Der Verkaufspreis soll um die 10 Millionen Euro betragen haben. Kurz nach dem Erwerb des 11-jährigen Pferdes ging Schockemöhle mit Ann Kathrin Linsenhoff, der Stiefmutter Alexander Matthias Raths, eine Besitzergemeinschaft ein.

Die offizielle Homepage von Pferd Totilas und die von Reiter Matthias Rath