Nachrichten Januar 2014

 

WIRTSCHAFT: Eröffnung eines niederländischen Mega-Offshore-Windparks für 2017 geplant

Wie die Firmen Typhoon Offshore und Northland Power Donnerstagmorgen bekanntgaben, ist die Finanzierung eines neuen Groß-Windparks in der Nordsee sichergestellt. Bereits im kommenden Jahr solle mit dem Bau von 150 Windanlagen rund 55 Kilometer nördlich der westfriesischen Inseln Schiermonnikoog und Ameland begonnen werden. Der Park werde nach seiner Fertigstellung 600 Megawatt Strom liefern.

LANDWIRTSCHAFT: Niederlande größter Agrarexporteur der EU

Die Niederlande haben 2013 so viele landwirtschaftliche Produkte wie noch nie exportiert. Laut Angaben des Centraal Bureau voor de Statistiek und der Universität Wageningen stieg das Handelsvolumen im Agrarsektor gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 79,2 Milliarden Euro. Deutschland war dabei der wichtigste Absatzmarkt: 28,4 Prozent aller niederländischen Agrarprodukte wurden hierher ausgeführt.

WIRTSCHAFT: Auch niederländische Firmen sollen von DDR-Zwangsarbeit profitiert haben

Namhafte niederländische Unternehmen, wie HEMA, C&A, Wehkamp, Philips und Shell, haben angeblich in den 1970er und 80er Jahren Produkte von politischen Gefangenen in der DDR herstellen lassen. Das berichtete das Fernsehmagazin Eenvandaag gestern, unter Berufung auf eine Forschungsarbeit der Stasi-Unterlagen-Behörde, die unter dem Titel „Knastware für den Klassenfeind“ vorgelegt wurde.

ENTSCHÄDIGUNG: Deutschland erkennt Amsterdamer Ghettos an

Die deutsche Regierung hat drei Stadtteile Amsterdams, die im Zweiten Weltkrieg als Ghettos dienten, als solche anerkannt. Dadurch kommen Personen, die während der deutschen Besatzung in diesen Ghettos arbeiteten, für eine einmalige Entschädigung in Höhe von 2.000 Euro in Betracht. Der Verbond Belangenbehartiging Vervolgingsslachtoffers (VBV, dt. Verband Interessenvertretung Verfolgungsopfer) hatte sich für diese Anerkennung eingesetzt.

WIRTSCHAFT: CDA startet Meldepunkt „Grenzregion“ gegen Steuerpolitik der Regierung

Die niederländische Oppositionspartei CDA hat heute einen Meldepunkt für Unternehmer und Bewohner der Grenzregion zu Deutschland und Belgien eingerichtet. Dort sollen sie sich detailliert zu Problemen im Zusammenhang mit den Steuererhöhungen auf Kraftstoffe und Alkohol äußern können, die zum 1. Januar 2014 in Kraft getreten sind.

JUSTIZ: Niederländische Inhaftierte sollen für Tage in Haft bezahlen

Niederländische Häftlinge sollen in Zukunft 16 Euro pro Tag bezahlen. So lautet ein Gesetzesvorschlag, den Justizminister Ivo Opstelten und Staatssekretär Fred Teeven Anfang der Woche präsentierten. Auch an den Kosten der Strafverfolgung sollen verurteilte Straftäter künftig beteiligt werden. Dies würde der niederländischen Regierung 65 Millionen Euro pro Jahr in die Staatskasse spülen.

KULTUR: Anne Frank Stichting steht Filmprojekt des ZDF offen gegenüber

Während der Anne Frank Fonds in Basel die Produktion eines zweiteiligen Fernsehfilms über Anne Franks Leben durch das ZDF diese Woche öffentlich kritisierte, sieht die Anne Frank Stichting in Amsterdam kein Problem in dem Projekt. Das teilte der Generaldirektor der Stiftung, Ronald Leopold, vergangenen Dienstag mit. Genau wie bei allen anderen Produktionen sei man dafür offen, die eigenen Erkenntnisse über die Lebensgeschichte des im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordeten jüdischen Mädchens mit dem ZDF zu teilen.

SPORT: Kritik an „zu hochrangiger“ Olympia-Delegation der Niederlande [UPDATE]

König Willem-Alexander, Königin Máxima, Ministerpräsident Mark Rutte (VVD) und Sportministerin Edith Schippers (VVD) werden im Februar zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi reisen, um die niederländischen Sportlerinnen und Sportler vor Ort zu unterstützen. Die Regierung halte nichts von einem Boykott, erklärte Rutte vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz. Es sei besser, den Dialog über die Situation der Menschenrechte mit Russland fortzusetzen.

WIRTSCHAFT: Niederländische Unternehmen gehen auf Distanz zu israelischer Siedlungspolitik

Bereits zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit zieht sich ein niederländisches Unternehmen aus Israel zurück. Politischer Hintergrund dafür sind mehrere UN-Resolutionen, in denen die jüdischen Siedlungen im Westjordanland als illegal gebrandmarkt werden. Von Israel wird diese Auslegung des internationalen Rechts zurückgewiesen. Der niederländische Botschafter in Tel Aviv wurde heute zum zweiten Mal innerhalb eines Monats zu Gesprächen einbestellt.

KRIEGSVERBRECHEN: Verfahren gegen Siert Bruins eingestellt

Der Prozess gegen den niederländischen NS-Kriegsverbrecher Siert Bruins vor dem Landgericht Hagen ist gestern ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der 92-Jährige stand wegen Mordes am niederländischen Widerstandskämpfer Aldert Klaas Dijkema, den er im Jahr 1944 begangen haben soll, vor Gericht. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, da der Tathergang nicht eindeutig rekonstruiert werden konnte.

WIRTSCHAFT: Deutsche Strompreise Grund für Betriebspleite bei Delfzijler Aluminiumhersteller?

Aldel, einer der größeren Lieferanten für Primäraluminium in Westeuropa, hat vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Eine mittlere Katastrophe für die strukturschwache Provinz Groningen. Neben den rund 300 Aldel-Mitarbeitern, die ihren Job verlieren, wird die Firmenpleite indirekt auch viele Zulieferbetriebe treffen. Die Wut der Betroffenen richtet sich vor allem gegen Wirtschaftsminister Henk Kamp, der ihrer Meinung nach nicht genug getan hat, um die Insolvenz des Betriebs zu verhindern. Unter anderem wird Kamp vorgeworfen, nicht für „deutsche Energiepreise“ gesorgt zu haben.

AUSSENPOLITIK: Niederländische Mali-Mission hat begonnen

Während das Mandat der deutschen Bundeswehr für den Einsatz in Mali demnächst ausläuft, sind die ersten niederländischen Blauhelmsoldaten heute vom Amsterdamer Flughafen Schiphol aus in das nordafrikanische Land gestartet. Insgesamt sollen rund 380 niederländische Soldaten ausgesandt werden. Die UN-Mission Minusma soll für mehr Stabilität in der nördlichen Region um die Stadt Gao sorgen.

GESELLSCHAFT: Millionenschäden und Gewalt in niederländischer Neujahrsnacht

Auch bei unseren westlichen Nachbarn hat das Neujahrsfest leider nicht nur erfreuliche Seiten. Die durch Feuerwerk und Vandalismus zu Neujahr entstandenen Schäden belaufen sich auf zirka neun Millionen Euro. Das ergeben erste Schätzungen des Centrums voor Verzekeringsstatistiek (CVS) beim niederländischen Versicherungsbund.

STUDIE: Niederländer auf dem Weg zum papierlosen Büro weiter als Deutsche

Niederländische Arbeitnehmer können sich viel eher als ihre deutschen Kollegen mit der Vision eines papierlosen Büros anfreunden. Nach einer Studie bewerten 85 Prozent der befragten niederländischen Arbeitnehmer es als realistische Vision, dass sie durch die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung bei ihrer Arbeit einmal komplett ohne das Ausdrucken von Dokumenten auskommen können. Auf deutscher Seite sind aktuell nur 38 Prozent der Befragten dieser Meinung.

REKORD: Neujahrsschwimmen lockt 46.000 Teilnehmer

Am traditionellen niederländischen Nieuwjaarsduik (dt. Neujahrsschwimmen) am 1. Januar nahmen in diesem Jahr so viele Menschen teil wie noch nie zuvor. Insgesamt wagten sich 46.000 Mutige an 125 Stellen ins kalte Wasser. Der größte Nieuwjaarsduik fand am Strand von Scheveningen statt, wo sich 10.000 Menschen in die Fluten stürzten.