Nachrichten Januar 2014


AUSSENPOLITIK: Niederländische Mali-Mission hat begonnen

Amsterdam/Gao. AF/NOS/NRC/VK. 06. Januar 2014

Während das Mandat der deutschen Bundeswehr für den Einsatz in Mali demnächst ausläuft, sind die ersten niederländischen Blauhelmsoldaten heute vom Amsterdamer Flughafen Schiphol aus in das nordafrikanische Land gestartet. Insgesamt sollen rund 380 niederländische Soldaten ausgesandt werden. Die UN-Mission Minusma soll für mehr Stabilität in der nördlichen Region um die Stadt Gao sorgen.

14 niederländische Quartiermacher wurden heute der niederländischen Truppe nach Mali vorausgeschickt. Sie sollen das niederländische Camp mit Arbeitsräumen und Schlafunterkünften aufbauen, und dafür sorgen, dass Logistik, Infrastruktur und Material paratstehen, wenn die anderen Soldaten eintreffen.

Auch wenn die erste Aufgabe der Niederländer in Mali die Sammlung von Informationen für die UN-Mission ist, sind sich sowohl die niederländische Politik als auch die Medien bewusst, dass die Soldaten in Mali in Kampfhandlungen verwickelt werden könnten. „Dieses Mal kein politisch korrektes Gefasel über eine Wiederaufbaumission wie damals in Urusgan“, kommentierte Marine-Generalmajor Kees Homan in der Tageszeitung de Volkskrant. Gleichzeitig erklärte er: „Die Risiken werden unterschätzt. Dschihadisten betrachten die Niederländer als legitime Zielscheiben.“

Das niederländische Operationsgebiet ist die relativ ruhige Gegend rund um die Stadt Gao. Die niederländischen Militärs selbst rechnen damit, nicht nur Informationen zusammenzutragen, sondern auch Waffendepots auszuheben und Verhaftungen durchzuführen. Die Entwaffnung verschiedenster Gruppierungen ist laut dem malischen Präsidenten Boubacar Keïta eine der Grundvoraussetzungen für Stabilität.

„Wir beteiligen uns an der Mission, weil es in direktem europäischen und niederländischen Interesse ist, dort für mehr Sicherheit zu sorgen. Der Norden Malis droht eine Freistätte für die Ausbildung von Terroristen und die Vorbereitung und Durchführung terroristischer Anschläge zu werden. Grenzüberschreitende Kriminalität und Terrorismus an der Südgrenze Europas, macht Europa verwundbar. Außerdem machen wir dies für die Zivilbevölkerung von Mali, die von der Krise schwer getroffen wurde“, hatte Premier Mark Rutte (VVD) die Gründe, die aus Sicht der Regierung für eine Beteiligung an der UN-Mission sprechen, im November zusammengefasst (NiederlandeNet berichtete).