Nachrichten Januar 2014


GESELLSCHAFT: Millionenschäden und Gewalt in niederländischer Neujahrsnacht

Landesweit. KL/NRC/VK/verzekeraars.nl. 6. Januar 2014.

Auch bei unseren westlichen Nachbarn hat das Neujahrsfest leider nicht nur erfreuliche Seiten. Die durch Feuerwerk und Vandalismus zu Neujahr entstandenen Schäden belaufen sich auf zirka neun Millionen Euro. Das ergeben erste Schätzungen des Centrums voor Verzekeringsstatistiek (CVS) beim niederländischen Versicherungsbund. Die genannte Zahl bezieht sich ausschließlich auf private Schadensfälle an Gebäuden, Hausrat und Fahrzeugen. Die tatsächliche Gesamtsumme dürfte erheblich höher liegen, da beispielsweise die Kosten für ärztliche Behandlungen, Schäden bei Firmen und an öffentlichen Gebäuden noch gar nicht bekannt sind. Diese vorläufige Prognose beruht auf Schadensmeldungen, die von Versicherten in den ersten Tagen des neuen Jahres gemacht wurden.

Beim Meldepunkt für Belästigung durch Feuerwerk sind in den Niederlanden zum Jahreswechsel 2013/14 rund 90.000 Beschwerden eingegangen. Das sind 10.000 Meldungen mehr als letztes Jahr, beim Start der Website. Die am häufigsten genannten Anlässe waren starke Lärmbelästigung durch Feuerwerkskracher (70 Prozent) sowie Stress für Haustiere (15 Prozent). Der Meldepunkt ist eine Initiative mehrerer kommunaler GroenLinks-Fraktionen.

Die niederländische Polizei hat in der Sylvesternacht rund 800 Personen im Zusammenhang mit Gewaltanwendung festgenommen. Das ist ein neuer Rekord und stellt im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um zwölf Prozent dar. In Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht wurden vermeintliche Täter von sogenannten „Superschnellrichtern“ abgeurteilt. Die schwerste Strafe, die bislang verhängt wurde, beträgt zehn Monate Haft, davon vier auf Bewährung. Zur Abschreckung hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Vorfeld deutlich höhere Strafen für Gewalttaten beim Neujahrsfest als in der Vergangenheit gefordert.

Traurige Berühmtheit für wiederkehrende Ausschreitungen zum Jahreswechsel hat inzwischen die Ortschaft Veen in Nordbrabant erlangt. Dort zünden Randalierer jedes Jahr Autos an. Auch Zusammenstöße mit der Polizei gehören zur lokalen „Tradition“. Dieses Jahr wurden allein in Veen 101 Verdächtige festgenommen, nachdem Polizeibeamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen wurden. Die Beamten waren zum Schutz der Feuerwehr ausgerückt, die ein brennendes Auto löschen wollte.