Nachrichten Januar 2014


STUDIE: Niederländer auf dem Weg zum papierlosen Büro weiter als Deutsche

Amsterdam/Köln. /computable.nl/viadesk.de. 03. Januar 2014

Niederländische Arbeitnehmer können sich viel eher als ihre deutschen Kollegen mit der Vision eines papierlosen Büros anfreunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des niederländischen Softwarespezialisten Viadesk. Demnach bewerten 85 Prozent der befragten niederländischen Arbeitnehmer es als realistische Vision, dass sie durch die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung bei ihrer Arbeit einmal komplett ohne das Ausdrucken von Dokumenten auskommen können. Auf deutscher Seite sind aktuell nur 38 Prozent der Befragten dieser Meinung.

Die Zahlen decken sich mit früheren Erhebungen, wonach deutsche Büroarbeiter im Durchschnitt 178 Prozent mehr ausdrucken als ihre Kollegen in den Niederlanden – durchschnittlich 25 DIN A4-Seiten gegenüber neun Seiten auf der anderen Seite der Grenze. Laut Viadesk korrelieren diese Zahlen mit einer Studie des niederländischen Statistikamtes CBS zur Beliebtheit mobiler Internetbenutzung. Hier gehören die Niederlande in Europa zu den führenden Nationen. Ganze 56 Prozent der Bevölkerung sind dort auch unterwegs mit ihren Laptops, Tablets oder Smartphones online erreichbar. Deutschland hingegen befindet sich mit einem Anteil von 31 Prozent unterhalb des EU-Durschnitts, der bei 35 Prozent liegt. Hinzu kommt, dass Papier für deutsche Arbeitnehmer ein viel größerer psychologischer Aspekt darzustellen scheint: „In der Studie gibt fast die Hälfte der Deutschen an, dass Dokumente auf dem Schreibtisch ihnen zeigen, was noch zu tun ist und dass Papier in der Arbeitstasche ein produktives Gefühl gibt“, so Viadesk-Direktor Mujibor de Graaf. „Der emotionale Wert von fühlbaren Dokumenten ist bei unseren östlichen Nachbarn einfach größer“.

Das Ausmaß der Digitalisierung hänge aber nicht alleine mit der Technologie selber zusammen, behauptet de Graaf: „Die Art und Weise, wie die Wirtschaft aufgestellt ist, spielt mindestens eine gleichgroße Rolle. Deutschland hat im Vergleich zu den Niederlanden viele große Unternehmen, die ziemlich konservativ arbeiten. Seniorität und das Profitieren von ‚economies of scale‘ ist in solchen Firmen wichtig. Man unternimmt sicherlich Schritte in Richtung einer weiteren Digitalisierung, aber das kostet in großen Organisationen nun einmal Zeit.“ In den Niederlanden mit seinen zahlreichen kleinen und mittelständischen Betrieben sind die Voraussetzung für eine vermehrte Digitalisierung und Vernetzung laut de Graaf hingegen besser: „Kleine Betriebe sind ein ganzes Stück flexibler und verfügen ferner über mehr junge Menschen in höheren Managementfunktionen. Deshalb geht man hier schneller auf neue digitale Technologien ein und sieht darin auch finanzielle Vorteile.“