Nachrichten August 2014


MEDIEN: Niederländische Fernseh- und Radioprogramme umbenannt

Hilversum. KL/DT/NOS/NRC/VK. 19. August 2014.

Die Fernsehprogramme Nederland 1, 2 und 3 gehören ab heute der Vergangenheit an. Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten in den Niederlanden heißen ab sofort NPO 1, 2 und 3. Dasselbe gilt für die Radiosender, die von jetzt an den Namen NPO Radio mit der jeweiligen Programmnummer tragen. NPO ist die Abkürzung für Nederlandse Publieke Omroep (dt. Niederländischer Öffentlicher Rundfunk).

Die neuen Namen werden offiziell seit heute Morgen um 6.00 Uhr verwendet. Den Anfang hat die Sendung 'Nederland in beweging' bereits um 5.55 Uhr gemacht. Sie war als erster Beitrag nicht mehr auf Nederland 1, sondern auf NPO 1 zu sehen. Auch im Internet werden alle Namen geändert. Das Twitter-Konto von Radio 4 heißt beispielsweise statt, wie bisher, radio4nl jetzt NPORadio4. Die niederländischen Radiosender werden damit bereits zum zweiten Mal umbenannt: bis Mitte der 1980er Jahre hießen sie zunächst Hilversum 1, 2, 3 usw.

Die Namensänderungen waren Anfang dieses Jahres angekündigt worden. Damals gab es zum Teil heftige Kritik – auch von Seiten des niederländischen Parlaments – an den Plänen. Insbesondere wurden der praktische Nutzen und die hohen Kosten des Projekts in Frage gestellt. Nach eigenen Angaben führt der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Umbenennung aus Gründen der Wiedererkennbarkeit durch. Bisher seien die Namen der Fernseh- und Radiosender sowie der Internetauftritte „uneinheitlich“ gewesen.

Die Änderung der Namen und Logos werden ersten Schätzungen zufolge mindestens 150.000 Euro kosten, weitere 60.000 Euro dürften erforderlich sein, um die neuen Marken auf dem Markt bekannt zu machen. Im Jahr 2012 hatte die Sendeanstalt bereits 100.000 Euro an den nationalen Posttaubenverband Nederlandse Postduivenhouders Oranisatie bezahlen müssen, um die Internetadresse npo.nl zu erwerben.

Nach dem Willen der niederländischen Politik soll der öffentliche Rundfunk in den nächsten Jahren eigentlich 300 Millionen Euro einsparen, trotzdem hält NPO-Vorsitzender Henk Hagoort das Umbenennungsprojekt für eine gute Investition in die Zukunft. Seiner Ansicht nach dürfe man nicht alles am Sparkurs der Regierung ausrichten. Erst im Oktober vergangenen Jahres hatten etwa 3.000 Personen in Den Haag gegen die geplanten Kürzungen beim Rundfunk demonstriert (NiederlandeNet berichtete).

Mehr Informationen zur Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erhalten Sie in unserem Dossier „Das Mediensystem der Niederlande“.