Nachrichten November 2013


RUSSLAND: Niederländische Greenpeace-Aktivisten auf Kaution frei [UPDATE]

Sankt Petersburg. MWE/nieuwsuur.nl/NOS/NRC/VK. 21. November 2013.

Die zwei niederländischen Greenpeace-Aktivisten Faiza Oulahsen und Mannes Ubels, die als Teil der Crew der Arctic Sunrise seit etwa zwei Monaten in Russland in Haft sitzen, kommen gegen Zahlung einer Kaution von je 45.000 Euro frei. Das hat das Gericht in Sankt Petersburg gestern beschlossen. Die Kaution hat Greenpeace bereits zur Verfügung gestellt und mit Hilfe der niederländischen Botschaft an die entsprechende Stelle in Russland weitergeleitet.

Am 18. September hatte die Besatzung des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise gegen Ölbohrungen des russischen Energiekonzerns Gazprom in der Arktis protestiert und war daraufhin inhaftiert worden. Sie wurden zunächst der Piraterie beschuldigt und später des „Rowdytums“ angeklagt (NiederlandeNet berichtete). Da das Schiff unter niederländischer Flagge fuhr, hatten sich die Niederlande an den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg gewandt und neben der Freilassung der Besatzung auch die Freigabe der Arctic Sunrise gefordert (NiederlandeNet berichtete).

Die Entscheidung des russischen Richters hatte sich seit Beginn der Woche angekündigt als drei russische Inhaftierte die Möglichkeit erhielten gegen Zahlung einer Kaution freizukommen. Der Australier Colin Russell muss hingegen noch drei weitere Monate in Haft bleiben. Die Gründe für diese Entscheidung sind unklar, zumal am Dienstag die Entscheidung folgte, dass auch einige nicht-russische Greenpeace-Aktivisten bis zum Prozess, der für Februar angesetzt ist, nicht in Haft verbleiben müssen. Mittlerweile wurde entschieden, insgesamt 20 Mitglieder der 30-köpfigen Crew freizulassen. Auf freiem Fuß ist bislang aber nur die Brasilianerin Ana Paula Alminhana Maciel.

[UPDATE, 22. November 2013, TM: Wie der niederländische Nachrichtensender NOS am Freitagvormittag mitteilte, sind die beiden niederländischen Greenpeaceaktivisten mittlerweile auf freiem Fuß. Zunächst verlies Faiza Oulahsen das Gefängnis in Sankt Petersburg, später folgte dann auch  Mannes Ubels. Solange der Prozess gegen sie noch läuft, dürfen beide die Stadt allerdings nicht verlassen.] In einer Videobotschaft sagte die niederländische Aktivistin Oulahsen noch vor ihrer Entlassung, sie werde zunächst eine gute Mahlzeit zu sich nehmen und dann mit ihrer Familie telefonieren, denn die habe sie seit zwei Monaten nicht gesprochen.