Nachrichten November 2013


WIRTSCHAFT: Niederlande aus der Rezession

Den Haag. /CBS/NOS. 15. November 2013.

Nach vier Quartalen negativem Wirtschaftswachstum in Folge können die Niederlande im dritten Quartal dieses Jahres wieder ein kleines Plus von 0,1 Prozent verzeichnen und somit die Rezession beenden. Politiker warnen allerdings vor einem verfrühten Optimismus.

Die neuen Wirtschaftszahlen, welche die niederländische Statistikbehörde CBS am gestrigen Donnerstag veröffentlichte, bedeuten einen Lichtblick am Horizont – mehr allerdings nicht. Erstmals seit einem Jahr negativem Wirtschaftswachstum (NiederlandeNet berichtete) ist das Minuszeichen nun verschwunden. Der niederländischen Wirtschaft geht es ein wenig besser, Unternehmen investieren wieder in Maschinen und Anlagen. Zwar sanken die Investitionen im Vorjahresvergleich immer noch um 3 Prozentpunkte, jedoch weit weniger stark als im zweiten Jahresquartal. Verdanken kann die niederländische Wirtschaft die positiveren Zahlen neben den Investitionen vor allem den umliegenden Ländern, die für einen gestiegenen Export des Landes in Höhe von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sorgten.

Zurück halten sich mit Investitionen jedoch weiterhin die niederländischen Konsumenten. Ihre Ausgaben, die bereits seit zweieinhalb Jahren rückläufig sind, sanken im Vergleich zum zweiten Quartal nochmals um 2,3 Prozent. Gespart wurde vor allem an Kleidung, Autos und Möbeln. Aber auch für Benzin und Lebensmittel wurde weniger Geld ausgegeben. Und auch die Wirtschaft selber ist trotz der positiven Signale noch nicht wieder in normalem Fahrwasser angekommen: Schaut man sich ihr Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, dann liegt das Wachstum mit -0,6 Prozent noch immer im negativen Bereich. Zudem fielen vom zweiten zum dritten Quartal nochmals 46.000 Arbeitsplätze weg, was insgesamt eine Erhöhung der Arbeitslosenzahlen um 160.000 innerhalb eines Jahres bedeutet – die größte Schrumpfung seit Beginn der Messung des CBS im Jahr 1995.

Trotz aller positiven Voraussicht äußern sich führende niederländische Politiker noch sehr zurückhaltend und warnen vor verfrühtem Optimismus: „Die Zahlen bedeuten, dass sich die wirtschaftliche Erholung ununterbrochen fortsetzt“, so Euro-Gruppen-Chef und Finanzminister Jeroen Dijsselbloem. „Aber wir haben das Ziel natürlich noch nicht erreicht. Das ist noch zu schwach.“ Es würden noch immer zu viele Arbeitsplätze verloren gehen, die Ausgaben im eigenen Land sind gering und die Staatsfinanzen sind noch immer von der Krise beeinträchtigt. Auch für Wirtschaftsminister Henk Kamp ist die Steigung der Arbeitslosigkeit kein Grund zur Sorge, weshalb das Kabinett mit den geplanten Einsparungen fortfahren und Maßnahmen treffen müsse, welche die Ökonomie wieder stärken.