Nachrichten März 2013


GASTGEBER: Niederlande richten Weltwassertag aus

Den Haag. /RVD/unwater.org/VK/wereld-water-dag.nl. 22. März 2013.

In Den Haag finden am heutigen Freitag die offiziellen Feierlichkeiten zum 20. Weltwassertag statt, die den Höhepunkt des offiziell von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltwasserjahres 2013 bilden. Das Motto des heutigen Tages, bei dem die Niederlande als Ausrichter das offizielle Gastland darstellen, lautet „Wasser und Zusammenarbeit“, soll die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von Frischwasser richten und für das nachhaltige Betreiben von Frischwasserressourcen fechten.

Ein nicht vorhandener Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie kein Anschluss an das Abwassersystem, das ist immer auch eng mit erhöhten Gesundheits- und Armutsrisiken verbunden. Weltweit besteht somit vielerorts ein erheblicher Nachholbedarf für den Bau und Ausbau von Wasserinfrastruktur. „Zu viele Menschen sterben täglich, weil sie keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und guten sanitären Anlagen haben“, so auch die Feststellung der Organisatoren des Weltwassertages. Die weltweiten Wasserprobleme seien mit anderen demografischen Entwicklungen wie Lebendmittelknappheit oder der Erschöpfung natürlicher Ressourcen verbunden und machen es notwendig, diese Probleme gemeinsam anzugehen. Dieser Ansicht ist auch der niederländische Kronprinz Willem-Alexander, der seit 2006 Vorsitzender der unabhängigen Beratungsgruppe „Wasser und Sanitäre Anlagen“ der Vereinten Nationen (UNSGAB) ist und am heutigen Nachmittag in Den Haag einer der Hauptredner war.

Abschied von Prinz Willem-Alexander

Für den ausgemachten Wasserexperten und zukünftigen König der Niederlande war es ein schöner Abschied von seinem persönlichen Schwerpunktthema Wassermanagement. Wie auch viele andere Ämter und Schirmherrschaften (NiederlandeNet berichtete) wird Willem-Alexander den Vorsitz in der UN-Gruppe genauso ebenso wie die Schirmherrschaft in der Global Water Partnership und die Führung der niederländischen Adviescommissie Water mit dem Beginn seiner Regentschaft Ende April aufgeben.

Die Rede heute in Den Haag war dabei sein letzter großer Auftritt als UNSGAB-Vorsitzender. 13 Jahre stand der Prinz als „Wassermanager“ an der Spitze der UN-Gruppe, und so blickte er in einer teils sehr persönlich angehauchten Rede heute auf diese Zeit zurück: „Hier hat alles angefangen“, so der Kronprinz, der daran erinnerte, wie vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan beim zweiten Weltwasserforum im Jahr 2000 in Den Haag für den Posten vorgeschlagen wurde und so sein Debut auf diesem Bereich machte. „Diese Arbeit hat mich für meine zukünftige Rolle geformt und mich darauf vorbereitet. Meine Rolle wird sich verändern, aber meine Passion wird bleiben. […] Diese Periode ist nun fast vorbei und auch mich warten jetzt andere Verantwortlichkeiten“, so der Prinz heute in Den Haag.

Weltwassertag

Als Erfolg seiner Arbeit als Wasserbotschafter betrachtet der Prinz unter anderem, dass das Thema heute viel mehr angesehen ist: „Das internationale Jahr für sanitäre Grundversorgung 2008 hat dazu viel beigetragen. Während die Journalisten in meinem Land noch fragten, ob ‚Sanitatie‘ überhaupt ein existierendes Wort ist, ließen sich afrikanische Führer neben Toiletten fotografieren. Es ist kein Tabu mehr, es ist kein Gegenstand worüber man lacht, sondern es ist ein seriöses Thema geworden.“ Eine Milliarde Menschen haben laut Aussage des Kronprinzen während seiner Amtszeit den Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen – die Weltbevölkerung ist in derselben Periode aber auch um genau diese Zahl angewachsen. Es bleibe also auch in Zukunft noch viel zu tun, konkludierte Willem-Alexander. Von den Zielen, die rund um die Jahrtausendwende aufgestellt wurde, so der zukünftige niederländische Regent, „sind wir noch sehr weit weg“.

Der Weltwassertag wurde 1992 auf dem Gipfel für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro ins Leben gerufen und erstmals am 22. März 1993 begangen. Jeder Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen hat dabei zugesagt, um an diesem Tag eine breite Öffentlichkeit durch entsprechende Projekte im eigenen Land über Wasser und die weltweite Wasserproblematik zu informieren. Jedes Jahr wird der Fokus durch das jeweilige Motto auf einen anderen Aspekt der Frischwasser-Thematik gelegt.