Nachrichten März 2013


MONARCHIE: Kronprinz legt offizielle Ämter nieder

Den Haag. SE/defensiekrant/RVD/TR/VK. 08. März 2013.

Angesichts des bevorstehenden Thronwechsels legt Kronprinz Willem-Alexander alle offiziellen Ämter nach und nach nieder. Am gestrigen Donnerstag verabschiedete sich der Prinz etwa von seinem militärischen Status und lies sich auf eigenen Wunsch, nach 28 Jahren, ehrenhaft aus dem Militärdienst entlassen.

„Ich bin stolz auf unsere Streitkräfte und ihre Soldaten“, sagte Willem-Alexander am Donnerstag der Defensiekrant, als er von der königlichen Marine Abschied nahm. Der Kronprinz darf als zukünftiges Staatsoberhaupt und Mitglied der Regierung keine militärischen Funktionen bei den Streitkräften mehr ausüben – so steht es in der Verfassung. Bis jetzt bekleidete er den Rang eines Kommandanten bei der königlichen Marine und weitere Generalsränge bei den Streitkräften.

„Ich habe selbst erfahren und mit eigenen Augen gesehen, was unsere Männer und für den Frieden und die Sicherheit von uns und anderen tun. Darauf kann jeder Niederländer stolz sein. Als König werde ich meine Anerkennung für das Militär auch weiterhin zeigen, in Wort, Tat und bei militärischen Zeremonien“, stellte Willem-Alexander klar. Als König darf er seine Uniform, dann aber ohne Rangabzeichen, noch bei besonderen Anlässen tragen und von diesem Recht wird er gerne Gebrauch machen. Das Weglassen der Rangabzeichen wird seit König Willem I praktiziert, da der König offiziell außerhalb der Hierarchie des Militärs steht. Zwischen dem niederländischen Königshaus und dem Militär besteht schon seit Jahrhunderten eine enge Verbundenheit; jedoch gibt es seit 1849 erst jetzt wieder einen König, der beim Militär gedient hat.

Neben den militärischen Funktionen wird der Kronprinz noch vor dem Thronwechsel Ende April auch seine Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) beenden. Dazu hat er den IOC-Präsidenten gebeten, ihn mit sofortiger Wirkung von den Verpflichtungen zu entbinden. Dies kann Satzungsgemäß bei der nächsten Versammlung im September 2013 geschehen und zum Jahresende wirksam werden.

Des Weiteren gibt „Prins Water“ seinen Vorsitz im UNSGAB, dem Beirat des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Wasser- und Sanitärversorgung ab. Die Zustimmung des UN-Generalsekretärs ist hierzu bereits erfolgt. Auch sein siebenjähriger Vorsitz in der niederländischen Beratungskommission für Wasserfragen fällt, nach Absprache mit der Ministerin für Infrastruktur und Umwelt, zukünftig nicht mehr in sein Aufgabengebiet. Jedoch wird ihn auch das Thema Wasser nicht loslassen; schon alleine weil er ab dem 30. April 2013 einem Land als Staatoberhaupt vorsteht, das von Wasser umgeben ist.

Über die Fortführung der sonstigen Ehrenämter und Schirmherrschaften werden Königin Beatrix und der Kronprinz im Laufe des Jahres noch entscheiden. Bei Prinzessin Máxima hingegen spricht nichts dagegen, dass sie ihre heutigen Funktionen und Ehrenämter weiterführen kann.