Nachrichten Mai 2013


SPORT: Bauke Mollema ist Hoffnungsträger bei der Tour de France

Paris. LK/letour.fr/NOS/nu.nl/VK. 17. Juli 2013.

Die Niederlande sind im Tour-Fieber, denn mit dem Erfolg des Groningers Bauke Mollema steigen auch die Hoffnungen, dass nach fast 25 Jahren wieder ein Niederländer einen Podiumsplatz auf der Tour de France ergattert. In den Medien heißt es, dass die „Mollemania“ ausgebrochen sei, nachdem der Fahrer des Teams Belkin nach der zweiten Woche auf Platz zwei der Gesamtwertung lag. Auf der 17. Etappe müssen sich die Fahrer heute im zweiten Einzelzeitfahren auf einer sehr anspruchsvollen Strecke allerdings allein durchkämpfen.

Die heutige Etappe führt das Hauptfeld 32 Kilometer lang von Embrun nach Chorges, wobei zwei Berge der zweiten Kategorie überwunden werden müssen. Auf den beiden Bergpässen Côte de Puy-Sanières und Côte de Réallon finden dann jeweils Zeitmessungen statt. Um 10:17 Uhr ging der Kanadier Svein Tuft als Erster an den Start. Der Träger des Gelben Trikots und Erstplatzierter, Christopher Froome (GB), startete als Letzter um 16:33 Uhr in das Zeitfahren. Er wird versuchen, seinen Vorsprung von 4,14 Minuten gegenüber Mollema zu verteidigen. Die zwanzig besten Teilnehmer fahren im dreiminütigen Abstand. Sechstplatzierter Laurens ten Dam – Teamkollege von Bauke Mollema – fuhr um 16:18 Uhr los, während Mollema um 16:30 Uhr die Tagesetappe begonn.

Die niederländischen Radrennfahrer fuhren bisher als Team Rabobank in orangefarbenen Trikots, die ihre Herkunft verdeutlichen sollten. Seit dem Dopinggeständnis von Lance Armstrong Anfang dieses Jahres sind die Debatten um Dopingmissbrauch im Radsport neu entfacht. Rabobank hatte sich daraufhin als Sponsor des niederländischen Teams zurückgezogen. Seit 1996 finanzierte sie den niederländischen Radsport mit. Nach einer kurzen Phase ohne Sponsor (Team Blanco) wird die Mannschaft heute vom Computer-Hardware-Hersteller Belkin finanziert.

Belkin-Mannschaftsleiter Nico Verhoeven glaubt, dass sich der Hoffnungsträger Bauke Mollema während dieser Etappe gut schlagen werde. Die Nummer Zwei des Klassements sei gut darin, sowohl lang ein strammes Tempo beizubehalten, als auch Anstiege mit Kraft zu meistern. Aber auch von Laurens ten Dam könne man Überraschendes erwarten. Beide hätten eine positive Einstellung gegenüber einer anspruchsvollen Strecke. Radsportkollege Jos van Emden bestätigte, dass Mollemas Kraft darin liege, sein Talent mit so viel Nüchternheit wie möglich zu kombinieren. „Bauke kannst du nicht stressen, der macht sich nichts draus.“

Mollema selbst ist glücklich über die bisherige zweite Position. Er sei schon noch überrascht über die Platzierung, aber ansonsten laufe alles entspannt ab. Der Niederländer nimmt zum dritten Mal an der Tour de France teil. Er wisse was dieser Wettstreit beinhalte, neu sei für ihn deshalb lediglich das mediale Interesse und die Zuschauerzahlen. Die Erfahrung gefalle ihm allerdings sehr. Mit Paris am Horizont hat sich auch sein Erfolgsziel verändert. Er wolle sich nicht mehr nur einen Platz in den Top 10 sichern, sondern auch seinen zweiten Platz verteidigen.