Nachrichten Mai 2013


TRADITION: Erste Wanderer schließen Tagesetappe beim 97. Nijmeegse Vierdaagse ab

Nimwegen. LK/HVNG/NOS/NRC/nu.nl/vierdaagse.nl. 16. Juli 2013.

Noch im Dunkeln gab die niederländische Ministerin für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport Edith Schippers (VVD) den Startschuss für den diesjährigen Nimwegenmarsch. Um vier Uhr früh machten sich knapp 42.500 Läufer und Läuferinnen auf, um ihre Tagesetappen von entweder 30, 40 oder 50 Kilometern zu absolvieren. Schon nach fünfeinhalb Stunden erreichte der Erste die heutige Zielgerade – nicht in seinen Wanderschuhen, sondern auf Rädern.

Vier Tage lang werden die Teilnehmer in Nimwegen und Umgebung wandern. Der finale Zieleinlauf findet dann am Freitag statt, wenn sie im Zentrum Nimwegens auf der so genannten „Via Gladiola“ von den Zuschauern empfangen werden und mit dem königlich anerkannten „Vierdaagse-Kreuz“ ausgezeichnet werden. Von den 46.000 Menschen, die eine Teilnahme angemeldet hatten, holten 3.507 ihre Starterlaubnis nicht ab. Somit nehmen dieses Jahr 42.493 Läufer an dem Marsch teil, der traditionell in der dritten Juliwoche stattfindet. Unter den Zivilisten hängt die Streckenlänge von ihrem Alter und Geschlecht ab, die teilnehmenden Soldaten und Soldatinnen jedoch werden an einem Tag 40 Kilometer mit zehn Kilogramm Gepäck auf dem Rücken hinter sich bringen.

Der erste Teilnehmer, der heute das Tagesziel erreichte war Bennie Bouwhuis. In gut fünfeinhalb Stunden erreichte er in seinem Rollstuhl die 50 Kilometermarke. Der ehemalige Soldat lief bereits sechs Mal mit, damals noch mit Gepäck auf dem Rücken. Nach einem Skiunfall nahm er nun zum vierten Mal als Rollstuhlfahrer teil. Eine Besonderheit in diesem Jahr ist auch die Teilnahme des 81-jährigen Bert van der Lans. Zum 67. Mal geht er an den Start und stellt damit einen Rekord auf, denn bisher ist niemand öfter die Vierdaagse gelaufen. Vorab wurde den Läufern geraten, genug zu trinken, da die Temperaturen um die 25 Grad Celsius liegen sollen und kein Regen erwartet.

Die Nijmeegse Vierdaagse ist eines der wichtigsten Wander-Events der Welt. Zum ersten Mal fand der zunächst militärische Marsch 1909 statt und wurde vom Nederladse Bond voor Lichamelijke Opvoeding (NBvLO) organisiert. Seinerzeit konnten die Teilnehmer, welche sich auch 296 Soldaten und zehn männlichen Bürgern zusammensetzten, von 15 verschiedenen Orten aus mit dem Marsch beginnen, wobei in den vier Tagen eine Gesamtstrecke von 140 Kilometern mit zusätzlich zehn Kilogramm Gepäck gelaufen werden musste. Seit 1925 ist die Stadt Nimwegen der feste Ausgangspunkt für die Volkswanderung.

Heute obliegt die Organisation gemeinschaftlich der Wandersportorganisation KNBLO und der Stichting De 4Daagse. Jeden Tag wird ein anderer Ort angelaufen. So ist heute beispielsweise der „Dag van Elst“, morgen geht es nach Wijchen, am Donnerstag wird Groesbeek erreicht und am Freitag schließlich Cuijk. Zurück in Nimwegen werden die Läufer am letzten Tag von den Zuschauern mit Gladiolen beschenkt – eine Tradition, die seit 1983 gepflegt wird. Sie kommt von der römischen Redewendung „Tod oder Gladiolen“. Römische Gladiatoren kämpften zur Unterhaltung der Zuschauer in den Arenen um ihr Leben. Sie zahlten mit dem Tod, wenn sie verloren. Die Sieger hingegen wurden mit Gladiolen – auch Schwertlilien genannt – überschüttet. Diese symbolisieren Kraft und Sieg.