Nachrichten Juli 2013


JUBILÄUM: 150 Jahre Deutsche Internationale Schule Den Haag

Den Haag. AF/MWE/disdh.nl. 13. Juli 2013.

Vor 150 Jahren öffnete die Deutsche Schule in Den Haag ihre Türen. Was am 13. Juli 1863 als kleine Schule der Deutsch-Evangelischen Gemeinde in Den Haag begann, ist heute eine zertifizierte „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ mit Kindergarten- und Vorschulangebot, Grundschule sowie Sekundarstufe I und II. Der Festakt zum Jubiläum, an dem auch der deutsche Botschafter teilnahm, fand bereits Ende Juni statt.

Das letzte Wochenende im Juni stand ganz im Zeichen des Jubiläums. Am Freitag, 28. Juni, fand ein offizieller Festakt im Theater Diligentia in Den Haag statt. Neben dem Schulleiter Dr. Hans-Ulrich Meyer richtete auch der deutsche Botschafter Franz Josef Kremp das Wort an die geladenen Gäste. An den festlichen Auftakt schlossen sich am Samstag, 29. Juni, ein Internationales Schulfest mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm, sowie eine abschließende Strandparty in Scheveningen an. Abgerundet wurde das Festwochenende durch einen Ökumenischen Dankgottesdienst am Sonntag, 30. Juni, in der Deutschen Evangelischen Kirche Den Haag, in der 1863 alles begann.

In der Anfangsphase der Deutschen Schule kamen die Kinder im Anbau hinter der Kirche für einen Elementarunterricht bis zum zwölften Lebensjahr zusammen. Die Kirche stellte die benötigten Lehrmittel zur Verfügung, die Eltern mussten jedoch auch damals schon ein Schulgeld bezahlen. Die Schule wuchs schnell und schon 1872 wurden die Räumlichkeiten knapp. Neben der Küsterwohnung wurde auch die Sakristei umgebaut. 1945 wurde die Schule geschlossen und erst 1954 wieder eröffnet. 1971 erfolgte schließlich der Umzug in ein neues Schulgebäude mit eigener Sporthalle. Dort fand die Schule zum ersten Mal eine permanente Bleibe, die zuletzt 2010 durch einen Umbau der internationalen Schulgemeinschaft angepasst wurde.

Der zunehmenden Internationalisierung der Schule begegnete man auch mit der Namensänderung in Deutsche internationale Schule. Mittlerweile stammt ein Drittel der Schüler nicht mehr aus Deutschland, sondern aus Ländern innerhalb und außerhalb Europas. Zwar wird an der Schule Deutsch gesprochen, doch auch die Sprache des Gastlandes findet Berücksichtigung. Und der unterschiedliche Kenntnisstand in den Niederländisch-Kursen, in denen Anfänger auf bilinguale Kinder treffen, wird mit Tandem-Lernen und individuellen Lehrplänen aufgefangen. Dadurch erhalten alle die für sie passende Förderung.

Eine weitere Besonderheit ist die erst seit kurzem angebotene Deutsche internationale Abiturprüfung (DIAP) mit bilingualem Unterricht (Englisch/Deutsch) in Erdkunde und Geschichte ab der achten Klasse. Und auch im angegliederten Kindergarten wird ein erweitertes Sprachkonzept angewandt. Zwar bleibt den Kindern selbst überlassen, welche Sprache sie gerne sprechen möchten, aber eine niederländische Muttersprachlerin regt durch das Singen niederländischer Lieder und dem Vorlesen von Geschichten in niederländischer Sprache zum spielerischen und intuitiven Lernen an.

Auch Musik hat einen wichtigen Platz im Schulleben und wird ab der vierten Klasse zweimal in der Woche unterrichtet. Ergänzt wird das Angebot durch AGs und Schulfeste, bei denen die Schüler im Chor oder der Band selbst für die musikalische Gestaltung sorgen. So auch beim Festakt zum 150-jährigen Bestehen, wo neben Solisten auch der Kinderchor und das Schulorchester den musikalischen Rahmen gestalteten.