Nachrichten Februar 2013


PATRIOT: Deutsch-niederländischer Truppenbesuch in der Türkei

Adana. MWE/dw/NOS/rijksoverheid.nl/Die Welt/ZEIT ONLINE. 25. Februar 2013.

Die niederländische Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert besuchte am vergangenen Freitag gemeinsam mit ihrem deutschen Kollegen Thomas de Maizière und dem türkischen Verteidigungsminister Ismet Yilmaz die deutschen und niederländischen Patriot-Raketeneinheiten im Südosten der Türkei. Diese sind dort zum Schutz des NATO-Bündnispartners vor einer möglichen syrischen Bedrohung stationiert.

Am Donnerstag und Freitag hatten sich die europäischen Verteidigungsminister in Brüssel zu einem NATO-Gipfel getroffen. Im Anschluss daran reisten Jeanine Hennis-Plasschaert und Thomas de Maizière weiter in die Türkei. Die zweitägige Reise war der erste gemeinsame deutsch-niederländische Truppenbesuch im Ausland. Hennis-Plasschaert sagte, man habe damit „die Solidarität der NATO“ zeigen wollen. Nach dem offiziellen Empfang in Adana besuchte das Trio zunächst die niederländischen Soldaten in Incirlik Airbase, die sich dort zum Schutz der circa zwei Millionen Awohner aufhalten. Anschließend ging es weiter nach Kahramanmaras, wo die deutschen Soldaten stationiert sind.

Die Türkei hatte die NATO um Hilfe gebeten, nachdem in der türkisch-syrischen Grenzregion mehrmals syrische Granaten in türkische Dörfer eingeschlagen waren. Als Antwort begann vor gut sechs Wochen der Bundeswehreinsatz in der Türkei begonnen. Die Niederlande beteiligen sich mit zwei Patriot-Systeme und 270 Soldaten. (NiederlandeNet berichtete). Der Einsatz der 300 deutschen Soldaten ist zunächst bis zum 31. Januar 2014 befristet, doch de Maizière erklärte bei seinem Besuch der Krisenregion, die Dauer des Einsatzes sei flexibel: „Unser Einsatz dauert so lange wie nötig. Nicht länger. Wie lange es nötig ist, wissen wir noch nicht.“

De Maizière und Hennis-Plasschaert betonten beide den rein defensiven, abschreckenden Charakter der Mission. „Von unserer Anwesenheit geht eine abschreckende Wirkung aus. Wir zeigen unsere Zähne, um gerade den Gebrauch von noch mehr Gewalt zu verhindern“, sagte Hennis-Plasschaert. De Maizière betonte zudem noch einmal die gemeinsame NATO-Mission: "Wenn irgendjemand in Syrien auf dumme Gedanken kommt, dann steht hier nicht die Türkei oder die Niederlande oder Deutschland, sondern die NATO insgesamt."