Nachrichten September 2012


AMTSHILFE: „Aktenzeichen XY … ungelöst“ bringt Licht in ungelösten niederländischen Mordfall

Essen/Mainz/Utrecht. IW/DT/NOS/NRZ/RTL/TR/ZDF. 07. September 2012.

Aktenzeichen
Wim Perlot (Polizei Utrecht) am Mittwochabend bei Rudi Cerne, Quelle: Aktenzeichen XY ... ungelöst

Am vergangenen Mittwoch berichtete die ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst über einen Mordfall, der sich vor 36 Jahren in den Niederlanden zugetragen hatte. Das coldcase-Team der Utrechter Polizei, ein Spezialteam für ungelöste Mordfälle, hatte sich mit der Bitte um Hilfe an die Redaktion der Sendung gewandt. Dies passierte, nachdem in den Niederlanden neue Hinweise aufgetaucht waren, die nach Deutschland, speziell nach Essen im Ruhrgebiet, wiesen.

Im Jahr 1976 fand man auf dem niederländischen Autobahn-Parkplatz De Heul bei Maarsbergen die Leiche einer jungen Frau. Sie wurde später als Monique Jacobse identifiziert, eine 18-Jährige, die kurz zuvor als vermisst gemeldet wurde. Die Polizei schloss die Akten, bis Monique Jacobse vor vier Jahren plötzlich wieder auftauchte. Der Fall kam erneut zu den ungelösten Fällen und wurde den Beamten des coldcase-Teams übertragen. Die Ermittler der Utrechter Polizei erstellten eine dreidimensionale Rekonstruktion des Gesichtes, ein Verfahren, das schon bei anderen Vermisstenfällen zum Erfolg führte, und wandten sich im Zuge ihrer Recherche auch an die niederländische Fernsehsendung Opsporing Verzocht. Daraufhin meldete sich ein Taxifahrer bei den Ermittlern, der zum fraglichen Zeitpunkt einen Mann und eine Frau, in der er das Mädchen zu erkennen glaubte, bis in die Nähe von Maarsbergen gebracht hatte. Nach seiner Erinnerung habe das Mädchen Deutsch gesprochen. Die Spur schien also nach Deutschland zu weisen. In einem zweiten Hinweis wurde Essen als möglicher Herkunftsort genannt.

Sodann wendeten sich die Utrechter Ermittler an ihre Essener Kollegen, die im Rahmen eines Amtshilfeersuchens sogleich die Ermittlungen aufnahmen. Da zum fraglichen Zeitpunkt jedoch keine Vermisstenanzeige vorlag, lief diese Spur ins Leere. Die Ermittlungen endeten ohne Ergebnis, weshalb sich die Utrechter Polizei entschloss, auch in Deutschland an die Öffentlichkeit zu gehen. Bei Aktenzeichen XY … ungelöst berichtete der Utrechter Polizei-Hauptinspektor Wim Perlot am Mittwoch nun über den Fall und fragte nach Zuschauern, die sich an Details erinnern können. Nach der Ausstrahlung der Sendung gingen nach Aussage des ZDF 20 Tipps ein. Die Polizei hofft jetzt, dass man durch diese Hinweise auf eine heiße Spur stößt und den Mord so nach dieser langen Zeit noch aufklären kann. Sollte es sich bei dem Täter um einen Niederländer handeln, kann er aufgrund der Verjährungsfrist in den Niederlanden allerdings nicht mehr belangt werden. Kommt der Täter jedoch aus Deutschland, kann er hierzulande noch vor Gericht gestellt werden.