Nachrichten März 2012


Kultur: Niederländischer Expressionist Ger Lataster gestorben

Amsterdam. RH/NRC/Telegraaf/VK. 22. März 2012.

Der niederländische Künstler Ger Lataster ist vergangenen Montag im Alter von 92 Jahren verstorben. Vergangenen Freitag wurde der niederländische Künstler mit Lungenproblemen ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand verschlechterte sich zunehmend, sodass er Montagmorgen seinem Leiden erlag. Dies bestätigte Peter Post, Eigentümer der Galerie Post + García in Maastricht vergangenen Dienstag.

Seit diesem Jahr sind die neuesten Gemälde Latasters in Posts Galerie ausgestellt. Einige Werke sind so neu, dass der Künstler sie nicht einmal signiert hatte, so Post. Er hatte eine Woche vor seinem Tod noch an seinen Werken gearbeitet. Die Ausstellung in der Galerie Post + García ist noch bis Ende April zu sehen. Kommenden Sonntag soll in der Galerie eine Gedenkfeier zu Ehren Latasters abgehalten werden.

Der berühmte Maler wuchs als Sohn eines einfachen Bergmanns in Schaesberg (Limburg) auf. Später gehörte er zu den bekanntesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Künstlern der Niederlande, wurde zu den abstrakten Expressionisten gezählt und gehörte zu den Künstlern, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Landschaftsmalerei in den Niederlanden reformierten. Seine Kunst stellte für ihn jedoch keinen Stil im traditionellen Wortsinn dar, sondern eine Methode, die es ihm gestattete, seinen eigenen Weg zu gehen. Aus diesem Grund gehört er auch keiner Bewegung oder Gruppierung an. Sein Werk sträubt sich gegen jegliche kunsthistorische Einordnungen.

Entdeckt wurde Lataster er in den 1960er Jahren vom ehemaligen Direktor des Stedelijk Museum (dt. Städtisches Museum) in Amsterdam, Willem Sandberg, der von dem damals jungen Künstler begeistert war und seine Werke in die bahnbrechenden Ausstellungen neuer niederländischer Kunst aufnahm. Lataster bekam von nun an die Chance an großen Kunstaustellungen wie der Documenta II (1959) in Kassel oder der Vitaliteit van de kunst (dt. Vitalität der Kunst) in Venedig (1960), teilzunehmen. Die größte Aufmerksamkeit bekam Lataster jedoch im Jahr 1987 dank eines Auftragswerkes, der Deckenbemalung „Icarus Atlanticus“ im Mauritshaus in Den Haag.  Seine Werke wurden unter anderem im Stedelijk Museum in Amsterdam, Van Abbemuseum in Eindhoven, Maastrichter Bonnefantenmuseum, Dordrechter Museum, im Singermuseum in Naarden und auch im Guggenheim Museum in New York präsentiert.

Zuletzt wurde sein Leben im Dokumentarfilm „Niet zonder jou“ (dt. „Nicht ohne dich“) festgehalten. Sie zeigt den Alltag des 90-Jährigen Künstlers mit seiner Ehefrau und Hermine van Hall, die mittlerweile ebenfalls verstorben ist. Der Film, den sein Sohn Peter Lataster und dessen Ehefrau Petra Lataster- Czisch 2010 drehten, wurde mit einem Goldenen Kalb – dem höchsten niederländischen Filmpreis – ausgezeichnet.

Mehr Informationen zu Ger Lataster finden Sie in unserer Rubrik Personen A-Z.