Nachrichten März 2012


BUSUNGLÜCK: Auch 7 niederländische Kinder unter den Toten

Siders/Brüssel/Den Haag. AF/Blick.ch/NOS/NRC. 15. März 2012.

Wie sich herausstellte, befinden unter den Toten des Busunglückes in der Schweiz auch sieben niederländische Kinder. Der Bus verunglückte am Dienstagabend auf dem Rückweg nach Belgien. An Bord befanden sich Schulkinder, die gemeinsam eine Skifreizeit in Val d’Anniviers verbracht hatten. Sowohl Königin Beatrix als auch der niederländische Premier Mark Rutte (VVD) sprachen den Angehörigen ihr Beleid aus.

„Für alle, die von diesem Unglück betroffen sind, ist es ein unvorstellbares Drama“, so Premierminister Mark Rutte. Er übermittelte den Premierministern von Belgien und Flandern, Elio Di Rupio (PS) und Kris Peeters (CD&V), sein Beileid. Die niederländische Königin Beatrix sandte dem belgischen König Albert II. ein Kondolenzschreiben.

„Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer. Für unser Land ist heute ein außergewöhnlich trauriger Tag“, erklärte der belgische Premier Di Rupo auf der gestrigen Pressekonferenz in der Schweiz. „Wir sind hier, um ans bei den Unfallhelfern zu bedanken.“ Auch der niederländische Botschafter in der Schweiz, Engelbertus Twaalfhoven, zeigte sich bestürtzt: „Das ist eine schreckliche Tragödie und ein Schock.“

Der belgische Reisebus war noch nicht lange unterwegs, als er in einem Autobahntunnel bei Siders im Kanton Wallis mit hoher Geschwindigkeit gegen die linke Wand des Tunnels fuhr. Durch die Wucht des Aufpralls wurden Sitze aus der Verankerung gerissen. 28 Insassen kamen ums Leben. 24 Personen wurden verletzt. Es waren keine weiteren Fahrzeuge in den Unfall verwickelt, der Unfallhergang konnte bisher noch nicht geklärt werden. Die Rettungsaktion im Tunnel dauerte die ganze Nacht über an. Mehr als 200 Sanitäter, Ärzte und Polizisten waren im Einsatz.

An Bord des Busses waren zwei belgische Schulklassen aus den flämischen Orten Heverlee und Lommel. Lommel liegt nur kurz hinter der Landesgrenze mit den Niederlanden, weshalb dort auch neun niederländische Kinder die Grundschule besuchten. Ein weiteres niederländisches Kind ging in Heverlee zur Schule. Die Schweizer Behörden teilten mit, das von den 28 Toten 21 belgischer und 7 niederländischer Nationalität seien. Von den 24 Verletzten waren zum Zeitpunkt der Pressekonferenz 22 identifiziert. Es handele sich um 17 Belgier, drei Niederländer, einen Deutschen und einen Polen. Auf Wunsch der Eltern wurden die Namen der betroffenen Kinder nicht bekanntgegeben.

Die Kinder, die bei dem Unfall nur leichte Verwundungen erlitten, können heute zu ihren Familien zurückkehren, wie das NRC Handelsblad mitteilte. Die sterblichen Überreste der tödlich Verunglückten können noch nicht überführt werden, da die Schweizer Behörden sie noch nicht freigegeben haben.

Heute Abend um 19.00 Uhr wird die Gemeinde Lommel in der St. Josephs-Kirche eine Gedenkfeier für die Opfer des Unglückes abhalten. Der Ort bietet auf ihrer Website zudem die Möglichkeit, sich in eine digitale Kondolenzliste einzutragen. Am Freitag sollen alle Schulen in Belgien in einer Schweigeminute der Opfer in der Schweiz gedenken.

Link zur digitalen Kondolenzliste der Gemeinde Lommel