Nachrichten Juni 2012

 

FUSSBALL: Bondscoach Van Marwijk tritt zurück

Bert van Marwijk verkündete gestern, dass er seinen Posten als Nationaltrainer räumt. Da sein Vertrag eigentlich noch bis Mitte 2016 gelaufen wäre, muss der Rücktritt als Konsequenz aus dem misslungenen EM-Auftritt der niederländischen Nationalmannschaft verstanden werden.

SREBRENICA: Niederländischer Staat fühlt sich nicht verantwortlich

Der niederländische Staat ist für den Tod dreier bosnischer Muslime 1995 in Srebrenica verantwortlich. So lautete das Urteil des Gerichtshofs Den Haag im Juli 2011. Gestern wurde der Richterspruch definitiv. Als Reaktion erklärte der niederländische Staat, man werde vor dem Obersten Gerichtshof des Landes gegen dieses Urteil in Berufung gehen.

WIRTSCHAFT: Niederlande überraschend aus der Rezession

Wie neueste Zahlen des niederländischen Statistikamtes CBS zeigen, haben die Niederlande den Konjunkturrückgang überraschend hinter sich gelassen. Entgegen der zuvor erstellten Schätzungen hat sich das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2012 positiv entwickelt.

SPARPAKET: Rutte will Rolle rückwärts

Sollte die VVD nach den Parlamentswahlen im September wieder Teil der Regierung sein, dann werden einige Maßnahmen aus dem Sparpaket, das den niederländischen Staatshaushalt sanieren soll, ersetzt. So Ministerpräsident Mark Rutte vergangenen Samstag auf einem Parteikongress der VVD in Den Haag. Damit ist nicht mehr sicher, ob die Niederlande das von Brüssel vorgegebene Defizitziel nächstes Jahr erreichen können.

EU: Niederländisches Nein zu Griechen und zur Finanztransaktionssteuer

Der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager wies gestern bei einem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg die Bitte Griechenlands, zwei Jahre mehr Zeit für die Erfüllung der Sparziele zu bekommen, klar ab. „Es wird keine Abschwächung der Bedingungen geben“, sagte De Jager. Auch bei der Frage nach einer EU-Finanztransaktionssteuer zeigte sich de Jager ablehnend.

EUROPA: Mark Rutte und Angela Merkel demonstrieren Einigkeit

Der geschäftsführende niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat heute die deutsche Bundeskanzlerin Angela bei einem Arbeitsbesuch in Berlin getroffen. Das Treffen stand in Zusammenhang mit dem Europäischen Rat, der Ende der kommenden Woche in Brüssel stattfinden wird. Für die niederländischen Medien war im Vorfeld des Treffens vor allem Ruttes zwiespältige Einstellung zu Europa Thema Nummer eins.

POLITIK: Premier Rutte „zu feige für Europa“? – Wahlkampf hat begonnen

Janusköpfigkeit und Unentschlossenheit hinsichtlich Europa und der Eurokrise warf gestern CDA-Vorsitzender Sybrand van Haersma Buma dem demissionierten Premier Mark Rutte (VVD) vor. Die Kritik kommt wahlkampftaktisch zu einem günstigen Zeitpunkt, denn Rutte reist morgen nach Berlin um mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Europäischen Rat, der für den 28. Und 29. Juni in Brüssel geplant ist, vorzubereiten.

EURO 2012: Ruhmloser Abschied für niederländische Nationalelf

Die niederländischen Zeitungen zeigen sich betrübt bis wütend über das frühe Ausscheiden des niederländischen Nationalteams bei der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft. Oranje sei innerhalb von drei Spieltagen vom Topfavoriten zur Lachnummer des Turniers abgestiegen.

FINANZEN: Niederländisches Haushaltsloch bleibt im Rahmen der EU-Konvergenzkriterien

Die niederländischen Staatsschulden werden 2013 die Brüsseler Konvergenzkriterien nicht überschreiten, meldet das Wirtschaftsanalyseinstitut Centraal Planbureau heute. Die Sparpläne aus dem so genannten Frühjahrsabkommens von VVD, CDA, D66, GroenLinks und ChristenUnie sorgen nach den neuesten Berechnungen dafür, dass das niederländische Haushaltsloch nächstes Jahr 2,9 Prozent des Bruttoinlandproduktes betragen wird.

EURO 2012: „Übermächtiges Deutschland“ gewinnt gegen die Niederlande

Deutschland hat im gestrigen Gruppenspiel gegen die Niederlande 2:1 gewonnen. „Blamage“ titelte das Algemeen Dagblad. Oranje habe auf ganzer Linie versagt, so die Zeitung. Die Verteidigung sei schwach gewesen, der Sturm machtlos und die Auswechslungen hätten keine Resultate gebracht. Ein kleiner Streifzug durch die niederländischen und deutschen Medien am Tag nach dem Spiel.

EURO 2012: Countdown für den Fußballklassiker Niederlande-Deutschland

Mit Spannung wird das morgen Abend stattfindende Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die niederländische Elftal erwartet. Nachdem die Niederländer ihr erstes Gruppenspiel gegen Dänemark verloren haben, müssen sie morgen unbedingt gewinnen. Und wie immer, wenn die deutsche gegen die niederländische Mannschaft spielt, geht es nicht nur um die sportliche Rivalität zweier starker Nationalteams, sondern auch um „Rache am Erzrivalen“.

EURO 2012: Niederländische Elftal läutet letzte Phase vor EM-Beginn ein

Am späten Montagnachmittag ist die niederländische Fußball-Nationalmannschaft in Krakau eingetroffen, wo sie für die Zeit der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ihre Zelte aufgeschlagen hat. Seit Dienstag trainiert die Elftal auf polnischem Boden und Trainer Bert van Marwijk versucht die letzten ungeklärten Fragen bezüglich der Aufstellung in den Spielen gegen Dänemark, Deutschland und Portugal zu beantworten.

TRADITION: Beginn der neuen Heringssaison gefeiert

„Lecker zart und fett“ sei der erste Heringsfang dieser Saison, meldeten die niederländischen Zeitungen Anfang dieser Woche. Heute wurde das erste Fässchen mit dem Matjeshering, Hollandse Nieuwe genannt, in Scheveningen für einen guten Zweck versteigert. Damit ist die neue Heringssaison in den Niederlanden offiziell eingeläutet.

ANTILLEN: Droht ein Volksaufstand auf Bonaire?

Die Bewohner der Antilleninsel Bonaire sind unzufrieden mit der Rolle der Niederlande auf der Insel. Vergangenen Samstag warnte die „Aktionsgruppe Besorgte Bonairianer“ in einem Brief, die Situation auf Bonaire drohe außer Kontrolle zu geraten. Ein Volksaufstand gegen die niederländischen Machthaber wie 1969 auf der Nachbarinsel Curaçao sei nicht mehr auszuschließen, so ihr Wortführer Cedric Soleana.

NATUR: Streit zwischen Niederlande und Belgien um Polder erreicht Brüssel

Die Niederlande müssen befürchten, von der Europäischen Kommission verklagt zu werden. Grund dafür ist ein seit vielen Jahren schwelender Streit mit der belgischen Region Flandern über die vertraglich festgelegte Flutung eines grenznahen Polders, welche die Regierung in Den Haag immer wieder aufschiebt. Aus Brüssel wir nun ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, an dessen Ende eine hohe Geldbuße stehen könnte.