Nachrichten Februar 2012


PVDA: Sozialdemokrat Job Cohen tritt von Ämtern zurück

Amsterdam/Den Haag. TM/NOS. 20. Februar 2012.

Wie der Fraktionsvorsitzende und bisherige Spitzenkandidat der niederländischen Sozialdemokraten, Job Cohen, heute bekannt gab, wird seine Partei PvdA in Zukunft ohne ihn an ihrer Spitze auskommen müssen. Cohen trat heute von seinen Ämtern zurück, um Platz für einen Nachfolger zu machen. In einem Statement vor Pressevertretern gab Cohen am Nachmittag bekannt, dass er am Wochenende selbst zu dem Entschluss gekommen ist, dass er es in den vergangenen zwei Jahren nicht geschafft hat, sein Ziel, eine „andere Art von Politik in den Haag zu etablieren“, zu erreichen. Die vielen hohen Erwartungen, welche Cohen selbst von sich hatte, welche aber auch durch die Öffentlichkeit mit seiner Wahl an die Spitze der PvdA verbunden wurden, konnte er nach eigenem Bekunden nicht erfüllen. Darüber sei er selbst sehr enttäuscht und nehme als Konsequenz jetzt diesen Schritt.

Richtig warm war Job Cohen in seinen Ämtern nie geworden. In den vergangenen zwei Jahren, in denen Job Cohen als Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender der sozialdemokratischen niederländischen Arbeiterpartei PvdA stand, hatte er nie jene Popularität erreichen können, die er in seinen neun Jahren als Bürgermeister von Amsterdam hatte. In den vergangenen beiden Jahren in Den Haag war er immer mehr Bürokrat als Spitzenpolitiker, immer mehr Verwalter als Oppositionsführer gewesen. Cohen war hölzern und farblos, konnte die Wähler und die Öffentlichkeit nie richtig erreichen, nie als strahlender Sieger aus einem Duell gehen. Dieses Manko sei ihm selbst sehr bewusst, wie er auch gegenüber den in der Parteizentrale anwesenden Pressevertretern sagte. Cohen, der vor den Parlamentswahlen den Posten vom damals aus persönlichen Gründen zurückgetretenen Wouter Bos übernommen hatte (NiederlandeNet berichtete),  habe sich in die Rolle des Oppositionsführers nie wirklich finden können.