Nachrichten Februar 2012


SPORT: Elfstedentocht zurzeit nicht möglich

Leeuwarden. TM/NOS. 08. Februar 2012.

„Es gibt keine guten Neuigkeiten“, mit diesen Worten begann Wiebe Wieling, der aktuelle Vorsitzende der Koninklijke Vereniging De Friesche Elf Steden, sein Statement auf der heute Abend stattgefundenen Pressekonferenz. Einstimmig sei man heute zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Durchführung einer Elfstedentocht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist. In den letzten Tagen befanden sich die Niederlande kollektiv  in einer Art „Elfstedenkorts“ (dt. Elf-Städte-Fieber), da es lange Zeit so aussah, dass es nach 15 Jahren wieder zu einem der traditionellen 200 Kilometer langen Eissport-Ereignisse kommen könnte. Seit 1909 konnte die Tour nur ganze 15 Mal durchgeführt werden (NiederlandeNet berichtete).

Wiebe Wieling wirkte selbst enttäuscht über das, was er der gespannten niederländischen Bevölkerung durch die Kameras mitzuteilen hatte. Es gab jedoch keine Alternative. Auf der gesamten Strecke gäbe es momentan eine durchschnittliche Eisdicke von 10 bis 11 cm. An manchen Stellen seien Ausreißer mit 15 cm Dicke zu sehen, auf manchen Teilen seinen während der vergangenen Tage allerdings auch nur 8 oder 9 cm Eis gewachsen. Dies sei für die Tour, die zum Tragen der 20.000 Eisläufer sowie Zuschauer durchgängig minimal 15 cm benötigen würde, deutlich zu wenig. Hinzu käme, dass die Eisqualität auf Teilen der Strecke einfach nicht ausreichend ist. Bis Sonntag, wo die Meteorologen erstmals wieder Tauwetter vorhergesagt haben, sei laut Wieling keine Verbesserung zu erwarten. „Wir haben sehr sorgfältig geschaut, aber in welchem Modell auch immer, es gibt keine Perspektive, dass wir die 15 cm schaffen, die wir benötigen. Wenn wir gewusst hätten, dass wir diese Eisdicke Sonntag wohl gehabt hätten, oder Samstag, wäre ich hier anders aufgetreten.“

„Wir wollen so gerne“, so der Vorsitzende, konnte für den Moment aber kein positiveres Statement abgeben. Man war „so kurz vor der Ziellinie“, könne das Ziel aber nicht erreichen. Die Sicherheit gehe hier vor. Zwar habe man versucht, Teilstrecken mit zu geringer Eisdicke durch eine alternative Routenführung zu ersetzen, bei der Inspektion konnte aber auch dort kein grünes Licht gegeben werden. Die meisten Sorgen machte bis zuletzt das Gebiet Slootermeer; alternativ wollte man – so die Pläne – die Strecke in Richtung des IJsselmeers oder gar über das IJsselmeer umleiten. Doch auch diese Alternative  führe nicht dazu, dass in den kommenden Tagen die 16. Elfstedentocht durchgeführt werden kann.

Wie auf der Pressekonferenz gesagt wurde, habe man in den vergangenen Tagen alle verfügbare Menschenkraft mobilisiert und viel mehr als bei den vergangenen 15 Touren unternommen, um den Weg für eine Erfolgreiche Durchführung zu ebnen. Selbst heute waren noch Teile der niederländischen Streitkräfte damit beschäftigt, Teile der Route von Schnee zu befreien. Die vergangenen Tage seinen laut Wiebe Wieling eine Periode gewesen, in der es „ein Fest war“. Wieling sei deshalb auch stolz darauf, wie er sagte, was man gemeinsam auf die Beine gestellt habe.

Ganz ließ Wieling die Hoffnung auf eine erneute Elfstedentocht nach 1997 allerdings auch nicht schwinden: „Es gibt Wetterkarten, die voraussagen, dass der Frost zurückkommt. Wenn das passiert, werden wir bereit stehen.“

Mehr zur Elfstedentocht von 1963 finden Sie in unserem Kurzbeitrag In der Hölle des Nordens.

Mehr zum niederländischen Volkssport Eislaufen im Text Eislauffieber in den Niederlanden.