Nachrichten September 2011



KURIOS: Ein Berg in den Niederlanden

Amsterdam. AKS/dP/diebergkomter.nl/EV/focus.de/kurier.at/nu.nl. 05. September 2011.

Berg
Ein Berg in den Niederlanden. Könnte es so bald in der niederländischen Provinz Flevoland aussehen? Quelle: digital cat/cc-by

„Ich will einen Berg. Einen echten. In den Niederlanden.“ Diese Worte schrieb Thijs Zonneveld, ehemaliger Profiradrenner und heutiger Sportjournalist, Ende Juli in einer Kolumne in der niederländischen Tageszeitung De Pers. Dass diese Worte eine ganze Bergbewegung in Gang setzten würden, hätte sich Thijs Zonneveld nicht gedacht. Denn der Berg kommt – zumindest ist er in Planung.

Mit den Worten „Dieses Land ist platt. Langweilig platt. Polderplatt. Das ist schön, um gut bauen zu können, Kühe grasen zu lassen oder direkte Straßen anzulegen, aber für den Sport ist es eine Katastrophe“ hatte Zonneveld die schlechten sportlichen Trainingsmöglichkeiten für niederländische Rennradfahrer, Mountainbiker, Rodler, Skifahrer sowie Skispringer angeprangert. Seiner Meinung nach, sei es kein Wunder, dass „niederländische Bobfahrer sich bei den Olympischen Spielen in die Hose machen, wenn sie oben an der Bahn stehen: So ein Berg ist eben verdammt hoch für Menschen, die es gewöhnt sind, unterhalb des Meeresspiegels zu leben.“ Einzige vernünftige Lösung, so Zonneveld: Ein Berg muss her. „Was wäre wenn? Was, wenn wir hier in den Niederlanden einen Berg anlegen. Einfach einen Haufen Beton aufeinander stapeln. Zweitausend Meter in die Höhe. Bobbahn drauf, ein paar Skipisten. Vielleicht noch eine Eisbahn dazu: Dann müssen Sven Kramer & Co auch nicht mehr nach Calgary für eine schnelle Eispiste“, so Zonneveld.

Die Kolumne, eigentlich als Scherz gedacht wie Zonneveld im Nachhinein erklärte, verbreitete sich rasend schnell in den Medien. Und das weltweit. Denn neben den Niederlanden, berichten zahlreiche Zeitungen und Onlineportale in Deutschland, Österreich, Spanien, der Schweiz, Frankreich, Schweden, Italien, Groß-Britannien, Vietnam, Russland, China und Australien über die Idee von einem Berg in den Niederlanden. Und auch die Aufmerksamkeit großer Unternehmen und Institute wurde auf das (Gipfel-)Vorhaben gelenkt. Erste Pläne entstanden, Grafiken wurden angefertigt, Treffen organisiert – ein Berg in den Niederlanden scheint nicht mehr Utopie zu sein, sondern wird immer mehr zu einem festen Vorhaben. „Verrückt. Es gelingt uns noch. Geologen, Architekten, Ingenieure, Marketingspezialisten, Städteplaner, Wirtschaftswissenschaftler und was-weiß-ich-noch-wer-alles: jeder baut mit am niederländischen Berg“, schrieb Zonneveld zwei Wochen nach der ersten Veröffentlichung seiner Kolumne. Doch zunächst würde erst einmal „gebrainstormt“, erläuterte Zonneveld. Fragen, wie der Berg hergestellt werden soll – von innen hohl oder nicht – welche Richtlinien der Berg erfüllen muss, welche Sportanlagen gebaut werden sollen, ob er bewohnbar oder nicht sein soll, aber vor allem die Frage nach der Finanzierung des Baus müssen geklärt werden. Nur der Platz für den „Alpe du Flevo“, wie der Berg in der Presse scherzhaft genannt wird, scheint derzeit schon einmal sicher zu sein: mitten in den Poldern der niederländischen Provinz Flevoland.

Vor allem die Finanzierung für das Projekt sorgt bei Kritikern für Gesprächsstoff: Nach Schätzungen soll der Berg gut 50 bis 300 Milliarden Euro kosten. Ein Betrag der in der derzeitigen finanziellen Situation in Europa kaum aufzubringen scheint. Dennoch zeigen sich die Befürworter, allen voran Thijs Zonneveld, zuversichtlich: „Natürlich werden die Kosten im Milliardenbereich liegen. Ein Berg kostet auch einen Berg Geld. Aber es ist interessant zu berechnen, was das Vorhaben nachher einbringt. Angenommen der Berg kostet 20 Milliarden Euro, bringt aber 30 Milliarden ein. Muss man das Projekt dann abschießen, weil 20 Milliarden Euro so viel Geld ist?“

Doch nicht nur in den Niederlanden selbst stößt das Vorhaben auf Kritik. Auch im Ausland reagiert man nicht nur amüsiert: Das deutsche Nachrichtenmagazin Focus berichtete, dass die Alpenländer wenig begeistert von der Vorstellung seien, dass niederländische Bergliebhaber zukünftig wegbleiben könnten. Ein Schweizer Fremdenverkehrsunternehmen soll bereits jetzt Plakatflächen in Amsterdam gebucht haben auf denen Slogans wie „Das Original ist besser als jede Kopie“ und „So schön das Flachland in Holland, so hoch die Berge in der Schweiz“ stehen sollen.

Weitere aktuelle Informationen und Neuigkeiten zum Stand der Planung, erhalten Sie auf der offiziellen Internetseite www.diebergkomter.nl (dt. Der Berg kommt), denn, so Zonneveld: „Vielleicht dauert es lang. Aber der Berg kommt. Punkt aus.“


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