Nachrichten Oktober 2011



WIRTSCHAFT: Philips streicht 4.500 Stellen

Amsterdam. AF/NOS/VK/Reuters. 18. Oktober 2011.

Der niederländische Elektronikkonzern Philips kündigte am Montag ein Sparprogramm über 800 Millionen Euro an. Im dritten Quartal habe das Unternehmen einen Gewinneinbruch erlitten, weshalb nun gespart werden müsse. „Ungefähr 60 Prozent der Einsparungen beziehen sich auf Arbeitnehmer und werden zum Verlust von 4.500 Arbeitsplätzen führen, davon 1.400 allein in den Niederlanden“, teilte der Konzern der Presse mit. Die restlichen 40 Prozent will das Unternehmen durch Umstrukturierungen einsparen: In Zukunft wird Philips keine Fernseher mehr herstellen.

Im Bereich Fernsehgeräte hat der Konzern seit 2007 Verluste von etwa einer Milliarde Euro angehäuft, was vor allem der günstigeren Konkurrenz aus Asien zugeschrieben wird. Diese habe die Preise sinken lassen, zusätzlich stagniere der Verkauf von Fernsehern und DVD-Spielern seit einiger Zeit. Philips versucht zurzeit, seine TV-Sparte bei dem taiwanesischen Unternehmen TPV Technology unterzubringen.

In der niederländischen Presse sieht man in dem Stellenabbau volkswirtschaftlichen Grund zur Sorge. „Philips wird schon seit dreißig Jahren immer nur kleiner“, titelte de Volkskrant gestern. Gründe hierfür werden nicht nur im wachsenden Konkurrenzkampf mit asiatischen Elektronikkonzernen und in der Euro-Finanzkrise gesehen, sondern auch im aufgeblasenen ‚Overhead‘ – der Betrieb, so de Volkskrant, sei viel zu bürokratisch. „Ein enormer Unterschied zu der Konkurrenz, die das viel besser geregelt hat.“

Vor diesem Hintergrund ist auch wenig Kritik an den von Topmanager Frans van Houten geplanten Maßnahmen zum Stellenabbau zu vernehmen. Dabei werden etwa zehn Prozent des niederländischen Personalbestands entlassen, so der Gewerkschaftsbund FNV. Betroffen seien vor allem Stellen im Management sowie in Abteilungen für Personal und IT. Van Houten wird mit den Worten zitiert: „Um flexibel auf die sich verändernden Marktsituationen reagieren zu können, ist die große Sanierung nötig. An Innovation soll nicht gespart werden.“

Laut Spiegel Online ist bisher noch nicht klar, wie der Stellenabbau andere Philips-Standorte, darunter auch Deutschland, treffen wird.

1891 wurde Philips als Lampenfabrik in Eindhoven gegründet und galt lange Zeit als der Produzent von Glühbirnen und Fernsehgeräten, inzwischen jedoch sind die wichtigsten Säulen des Unternehmens die Medizintechnik und Haushalts- sowie Konsumentenelektronik. Mehr über den größten Elektronikkonzern in den Niederlanden erfahren Sie in unserem Firmenportrait  Philips.