Nachrichten Oktober 2011



GESCHICHTE: Die Welt von Anne Frank

Amsterdam. RH/Anne Frank Stiftung. 18. Oktober 2011.

Seit Mitte Oktober gibt es eine neue Internetseite zum Thema Anne Frank  – „Het Amsterdam van Anne Frank“ (dt. Das Amsterdam der Anne Frank), die von der Anne Frank Stiftung ins Leben gerufen wurde. Die Website beschäftigt sich vornehmlich mit der Stadt Amsterdam und ihren Einwohnern von 1933 bis 1950 und soll vor allem jungen Amsterdamern einen Eindruck von der Kriegsgeschichte geben. Eine visuelle Zeitlinie an der man sich als Benutzer orientiert, bietet eine gute Möglichkeit, sich einen Überblick von der Geschichte rund um Anne Franks Leben mittels Orten, Geschehnissen und persönlichen Geschichten zu verschaffen. Zusätzlich zur Geschichte Anne Franks, werden auf der Website auch andere Geschichten von jüdischen und nicht-jüdischen Zeitzeugen erzählt die einen guten Gesamteindruck von einem Leben vor, während und nach der Besetzungszeit geben. Ein Beispiel ist die Geschichte von Hélène Egger, die ihre Brüder in einem Konzentrationslager verlor. Ihre Tochter Debby Petter schrieb ein Buch über die Geschichte ihrer Mutter: Ik ben er nog (dt. Ich bin noch da). Teile des Buches, sowie Fotos und Ansichtskarten sind auf der neuen Internetseite „Het Amsterdam van Anne Frank“ zu finden.

Altes Bildmaterial von Amsterdam sorgt dafür, dass man sich als Nutzer der Website in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt. Videoaufnahmen in schwarz-weiß von geschäftigem Treiben in der Innenstadt, Grachten auf denen kleine Boote fahren; Dies alles ist bei einem Besuch in Amsterdam noch immer zu sehen, allerdings in einem modernen Licht. Der Kontrast zwischen dem alten und dem neuen Amsterdam wird besonders deutlich, wenn man die historischen Fotos von Anne Frank und ihren Freundinnen betrachtet. Die Anne Frank Stiftung hat altes Fotomaterial aus verschiedenen Archiven aus dem In- und Ausland  benutzt, um es in modernes Fotomaterial einzubauen.  So erscheint Anne als Schwarz-Weiß Aufnahme inmitten der modernen, farbenfrohen Kulisse Amsterdams. Gerade dieser Bogen, der zwischen Vergangenheit und Moderne  geschlagen wird macht die Website zu einem außergewöhnlichen Projekt, das die Kriegsgeschichte der Stadt sehr nah an den Leser heranbringt.

Schüler werden mit Hilfe der neuen Internetseite bewegt die ausgewählten, geschichtsträchtigen Orte zu besuchen. „Jugendliche werden dazu angeregt, die Kriegsvergangenheit der Stadt zu entdecken und sich Gedanken über ihre heutige Umgebung und ihren eigenen Platz darin zu machen“, so schreibt die Anne Frank Stiftung. Eine Schülergruppe hat bereits erste Erfahrungen mit der neuen Internetseite gesammelt: „Ich schaue jetzt mit ganz anderen Augen auf einzelne Orte in Amsterdam“, so ein Schüler des Gerrit van der Veen College. Auch Lehrer können über die neue Internetseite Unterrichtsmaterialien bestellen.

Die ansprechend gestaltete Internetseite wurde von der Anne Frank Stiftung, insbesondere von Hans Westra, ehemaliger Direktor der Anne Frank Stiftung, sowie der Internetfirma Lost Boys International ins Leben gerufen. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt unter anderem von der Gemeinde Amsterdam, dem Amsterdams Fonds voor de Kunsten (dt. Amsterdamer Kunstfonds), dem Prins Bernhard Cultuurfonds (dt. Prins Berhard Kulturfonds) sowie der Stichting ter bevordering van het Welzijnswerk (dt. Stiftung zur Förderung des Sozialewesens). Lost Boys International wird für die Anne Frank Stiftung die dazugehörige Applikation für das Handy entwickeln.

Die Website Het Amsterdam van Anne Frank ist hier zu finden.