Nachrichten Oktober 2011



UNFALL: Vier Tote bei Schiffsunglück auf der Maas

Cuijk. RH/BD/DN/DT/NRC/RP. 5. Oktober 2011.

Montagabend gegen 21 Uhr ereignete sich auf der Maas, auf der Höhe des niederländischen Cuijk in der Provinz Nordbrabant, ein schweres Schiffsunglück. Experten sprechen von einem der schwersten Unglücke in der niederländischen Seefahrt seit Jahrzehnten. Vier junge Männer zwischen 24 und 32 Jahren starben bei dem Unfall, drei weitere konnten sich retten. Das Speedboot – ein hochmotorisiertes Rennboot – der Männer war frontal gegen einen Frachter geprallt. Rettungskräfte und Polizei suchten die ganze Nacht hindurch mit Booten, Hubschraubern, Tauchern und an Land nach drei der Vermissten, deren Leichen erst am Dienstag gefunden wurden.

Die Untersuchungen zur Unglückursache sind noch nicht abgeschlossen. „Wir müssen noch einige Analysen bezüglich des Unglücks durchführen“,  sagt Marion Kruisinga von der niederländischen Wasserpolizei der Zeitung Brabants Dagblad. Ob der Fahrer des Speedbootes zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert war, ist noch unklar. Der Schiffsführer des Frachters hatte nachweislich keinen Alkohol im Blut. Fest steht, dass das Rennboot frontal gegen den 70 Meter langen und mit Zement beladenen Frachter „Lindengracht“ gefahren ist.

Auf dem Teil der Maas, auf dem sich der Unfall ereignete, gilt bei Dunkelheit eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h. Ob eine Geschwindigkeitsübertretung Ursache des Unglück war, wird noch geprüft. Des Weiteren ist noch nicht geklärt, ob der Fahrer des Speedbootes einen Bootsführerschein besaß. Gestern Nachmittag wurde der letzte von vier Leichnamen geborgen. Kurz nach dem Unglück versammelten sich hunderte Schaulustige auf dem Deich rund um die Unglücksstelle, sodass die Polizei die Menschen über Kurznachrichtendienst Twitter bat, dem Ort des Unglücks fernzubleiben.

Der Königliche Wassersportverband reagierte auf das Unglück in der Zeitung De Telegraaf: „Die Regelungen für den Wassersport in den Niederlanden sind streng und effizient. Die Anzahl der Unglücke können an einer Hand abgezählt werden. Unfälle mit Todesfolge kommen so gut wie nie vor“. Erst jüngst nahm die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments im Juni einen neuen Gesetzesentwurf der Regierung zur Bestrafung von riskantem Fahrverhalten in öffentlichen Gewässern an.