Nachrichten November 2011



WIRTSCHAFT: Niederländische und deutsche Wirtschaftsentwicklung

Berlin/Den Haag. RH/cbs.nl/FAZ/MA/rijksoverheid.nl. 25. November 2011.

In den Niederlanden hat sich die Wirtschaft im Gegensatz zum dritten Quartal dieses Jahres um 0,3 Prozent verschlechtert. Insgesamt ist die niederländische Wirtschaft – im Vergleich zum selben Zeitpunkt im Jahr 2010 – in diesem Jahr aber mit 1,1 Prozent gewachsen. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sprach dieses Thema bei der Sitzung des Ministerrates am Mittwoch an. Im Gegensatz zur niederländischen Wirtschaft verbesserte sich die Ökonomie in Deutschland nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes im dritten Quartal um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Verbraucher und Unternehmensinvestitionen haben nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes das deutsche Wirtschaftswachstum im dritten Quartal angeschoben. Neben dem privaten Konsum erhöhte sich dabei auch der Staatskonsum. Laut Aussage der niederländischen Statistikbehörde CBS verringerten sich der private Konsum sowie der Staatskonsum der Niederlande im Vergleich zum Jahr 2010. Der private Konsum sank dabei um einen halben Prozentpunkt von -0,6 auf -1,1 Prozent und der Staatskonsum ging sogar noch deutlicher von 0,6 auf -0,2 Prozent zurück. Als Erklärung wird angeführt, dass niederländische Konsumenten viel weniger Geld für Kleidung, Elektrogeräte, Lebens- und Genussmittel ausgaben. Durch das milde Wetter sank zusätzlich der Gasverbrauch und auch beim niederländischen Im- und Export sind die Zahlen rückläufig.

Premier Rutte versprach nach der Sitzung des Ministerrates am Mittwoch, dass er sich für das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im eigenen Land einsetzen wird. Durch die EU-Osterweiterung erweitert sich das Wirtschaftsgefälle innerhalb der Europäischen Union aktuell deutlich. Im Gegensatz zu Deutschland hat der Ministerrat in Den Haag beschlossen, die Grenzen zu den Niederlande – solange die Arbeitslosigkeit steige und eine Rezession drohe – bis zum 1. Januar 2014 nicht für die Arbeitsmigranten aus Osteuropa zu öffnen. Der Deutsche Bundestag hatte sich – auch auf Grund des Fachkräftemangels in der Bundesrepublik – dafür ausgesprochen, die Grenzen für Arbeiter aus unter anderem Bulgarien und Rumänien zu öffnen. Ministerpräsident Mark Rutte begründete den niederländischen Weg auch mit den wirtschaftlichen Unruhen im Zuge der Finanzkrise und führte die Verschlechterung der niederländischen Wirtschaft auf die allgemeine Krisensituation in Europa zurück.

Der deutschen Wirtschaft geht es im Vergleich zur niederländischen Ökonomie äußerst gut. Grund dafür sei der steigende Konsum, da die Deutschen in den Sommermonaten mehr konsumiert hätten als im Vorjahr 2010. Das Statistische Bundesamt teilte letzten Donnerstag mit, dass der private Konsum gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent gestiegen sei und so 0,5 Wachstumsprozentpunkte beisteuerte. Auch der Staatskonsum erhöhte sich im vergangenen Quartal. Die Impulse kamen also hauptsächlich aus der Binnenwirtschaft. Die Bruttoanlageinvestitionen nahmen um 0,9 Prozent zu und trugen mit 0,2 Prozent zum Wachstum bei. Für den Aufschwung sorgten zudem auch die Unternehmen, die ihre Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen um 2,9 Prozent hochschraubten. Ökonomen rechnen damit, dass Deutschland 2011 noch ein Plus von 3,0 Prozent erreichen kann. Im nächsten Jahr wird das Wirtschaftswachstum laut Expertenmeinung jedoch wieder auf unter ein Prozent sinken.