Nachrichten November 2011



EINZELHANDEL: Albert Heijn-Supermärkte bald auch in Deutschland

Amsterdam. TM/ftd.de/lebensmittelpraxis.de/MM/NOS. 25. November 2011.

Der Einzelhandelsmarkt ist in Bewegung – auch grenzüberschreitend. Jüngst wurden mehrere Meldungen veröffentlicht, nachdem Supermarktketten aus Deutschland sowie den Niederlanden die Ambition haben, sich auf den jeweils anderen Markt auszubreiten. So hat der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold kürzlich bekanntgegeben, in den kommenden fünf Jahren europaweit 150 neue Läden zu eröffnen. Im nächsten Jahr soll es zunächst zehn kleine Supermärkte in Nordrhein-Westfalen geben. Auf der anderen Seite der Grenze wollte sich ursprünglich der deutsche Konzern Edeka ausbreiten. Der Einzelhandelsriese beteiligte sich mit einem Kaufangebot für die niederländischen C1000-Supermärkte. Hier hatte aber das niederländische Jumbo-Handelshaus die besseren Karten und konnte sich so gegen den deutschen Bieter durchgesetzt.

Der deutsche Lebensmittelmarkt gilt mit seinen Preiskämpfen als einer der weltweit am härtesten umkämpften seiner Art. Mit dem Ahold-Konzern wird es nun bald noch einen weiteren Spieler geben, der sich hierzulande betätigen wird. Die Ausbreitung ist Teil eines Sechspunkteplans, den der Ahold-Handelskonzern am Montag den Investoren und Analysten in der Amsterdamer Zentrale präsentierte. Die Menschen wollen immer und in jedem Land einkaufen – und Ahold müsse darauf die Antwort bereithalten, kündigte Konzernchef Dick Boer an. Aktuell ist man mit kleinen und großen Supermärkten in insgesamt zwölf Ländern vertreten. Als Hauptmärkte gelten das Mutterland Niederlande sowie die USA, wo Ahold knapp 60 Prozent des Gesamtumsatzes von knapp 30 Milliarden Euro erzielt. „Unser Konzept passt genau zum deutschen Markt“ zitiert die Fachzeitschrift Lebensmittel Praxis eine Sprecherin von Ahold. Konkret sei geplant, mit zunächst zehn kleinen Convenience-Stores der Marke Albert Heijn in Nordrhein-Westfalen Fuß zu fassen. Die Läden sollen jeweils eine Größe zwischen 50 und 150 Quadratmeter haben. Sofern die Geschäfte gut laufen, wird es in Nordrhein-Westfalen weitere Filialen geben – eine Expansion in andere deutsche Bundesländer sei jedoch nicht geplant. Im März dieses Jahres hatte es bereits die Eröffnung der ersten Albert Heijn-Filiale in Belgien gegeben. Dort soll es zukünftig mindestens 50 neue Filialen geben.

Die Erfolgsgeschichte der Albert Heijn-Supermärkte begann 1887, als der Namensgeber und Gründer Albert Heijn senior ein kleines Lebensmittelgeschäft im nordholländischen Oostzaan eröffnete. Mittlerweile umfasst die mit Abstand älteste niederländische Kette, die seit 1973 Teil des Mutterkonzerns Ahold ist, 750 Läden und 55.000 Mitarbeiter. Seit 1997 ist man zudem auch mit einem Onlineshop im Internet vertreten, wo aktuell rund 9.000 Albert Heijn-Produkte zu erwerben sind. Das Internet ist auch einer der Säulen, auf dem der Konzern seine Zukunftsstrategie fußt: Wie Dick Boer ankündigte, sollen die weltweiten Online-Umsätze von Ahold bis 2016 auf 1,5 Milliarden Euro verdreifacht werden. Mit Beginn des kommenden Jahres werde man dazu in europäischen und US-amerikanischen Märkten erste Tests mit Abholstationen durchführen, in denen die Kunden ihre über das Internet georderten Waren abholen können.

Im Gegensatz zu den Ahold-Plänen wird es Aktivitäten von einem deutschen Einzelhandelskonzern in den Niederlanden vorerst nicht geben. Die zum Verkauf stehende Supermarktkette C1000 wird nicht von Edeka übernommen. Sofern die Kartellbehörde grünes Licht gibt, werden die rund 400 Filialen zukünftig vom Einzelhandelskonzern Jumbo geschluckt. Jumbo wird sodann 725 Läden mit einem Umsatz von insgesamt 7,5 Milliarden Euro sowie einen Marktanteil von 23 Prozent aufweisen können. Der Konzern würde damit zur zweitgrößten niederländischen Supermarktkette nach Albert Heijn mit seinem Marktanteil von 33 Prozent werden.