Nachrichten Mai 2011


SPARMASSNAHMEN: Filmproduzenten wenden sich an Regierung

Amsterdam. AKS/VK. 13. Mai 2011.

Niederländische Filmproduktionen wie die Kriegsfilme Zwartboek und Oorlogswinter, die Horrorkomödie Sint oder auch der kürzlich angelaufene New Kids Turbo sind nicht nur in den Niederlanden selbst, sondern auch international bekannt. Doch dieser Aufstieg des niederländischen Films könnte bald vorbei sein – zumindest befürchten das die Produzenten. Denn die Regierung plant starke Einsparungen im Kulturbereich, von denen auch die Filmindustrie betroffen sein wird. Allein zwischen 2012 und 2015 sollen insgesamt 200 Millionen Euro an staatlichen Kultursubventionen eingespart werden (NiederlandeNet berichtete). In einem heute erschienenen Brandbrief warnten nun die niederländischen Filmvereinigungen vor den negativen Folgen der starken Einsparungen.

Unter anderem würde die Produktion niederländischer Filme immens unter den Sparmaßnahmen leiden und zu einer Halbierung des Drehs von Spielfilmen, Dokumentationen, Animations- sowie Experimentalfilmen führen. Nach Ansicht der Nederlandse Vereniging van Speelfilmproducenten (dt. Niederländische Vereinigung der Spielfilmproduzenten, NVS), der Documentaire Producenten Nederland (dt. Dokumentationsproduzenten der Niederlande, DPN) und der Vereniging Nederlandse Animatie Producenten (dt. Vereinigung Niederländischer Animationsproduzenten, VNAP) treffen die Pläne von Halbe Zijlstra, Staatssekretär für Kultur, die Filmindustrie genau ins Herz: „Die Sparmaßnahmen führen zu einem Rückgang der Arbeitsplätze, einem unwiederbringlichen Verlust von Wissen und fachmännischem Können sowie zu einer Zunahme von Konkursanmeldungen.“

Dabei sei in den vergangenen Jahrzehnten der Erfolg niederländischer Produktionen gestiegen, erklären die Vereine in dem Brandbrief. Nicht nur sei der Marktanteil niederländischer Spielfilme und Dokumentationen seit 1994 von 0,8 Prozent auf 16 Prozent im Jahr 2010 gestiegen, sondern auch 41 Prozent der Gesamteinnahmen der Kinos sei niederländischen Filmen zu verdanken. „Um weiter wachsen zu können und die internationale Position der niederländischen Filmkultur zu verstärken, brauchen wir Investitionen, keine Einsparungen“, ist hierzu in der niederländischen Tageszeitung de Volkskrant zu lesen. Die finanzielle Unterstützung der Regierung sei dabei von entscheidender Wichtigkeit: Erst durch die Beteiligung der Regierung an Filmprojekten könnten oftmals private Investoren gefunden werden: „In Zeiten ökonomischer Rezessionen sind Einsparungen unvermeidlich, aber es ist erschütternd feststellen zu müssen, dass die Regierung für Sparmaßnahmen eintritt, die das Land mehr Geld kosten, als sie einbringen werden.“ Die Filmvereine rufen daher in ihrem Schreiben die Regierung dazu auf, den Filmsektor bei den Sparmaßnahmen zu verschonen.